Ganzheitlich optimiert: Holistisches SEO

Suchmaschinenoptimierung ist nichts, was sich allein mit einer einzigen Maßnahme erledigt hat – stattdessen ist eine ganzheitliche Perspektive wichtig. Wir zeigen die wichtigsten Aspekte, die dafür zu beachten sind.

Dass Suchmaschinenoptimierung keine Marketing-Aufgabe ist, die sich nebenher aus dem Handgelenk schütteln lässt, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben – aber es schreckt doch leider noch oft ab, wie viele unterschiedliche Aspekte im Bereich SEO eine Rolle spielen.

Dabei wäre es eigentlich wichtig, dieses Thema ganzheitlich zu betrachten, also eine holistische Perspektive einzunehmen, die alle Stellschrauben einschließt, mit denen positive SEO-Effekte verbunden sind: Onpage wie Offpage, technisch wie textlich.

Wie auch beim holistischen Webdesign führt eine ganzheitliche Perspektive dazu, dass Probleme gar nicht erst entstehen, weil alle Aspekte des komplexen Themas SEO stets bei jeder Änderung mitgedacht werden, idealerweise von Anfang an („SEO by design“). Deshalb möchten wir hier den Versuch wagen, die wichtigsten SEO-Aspekte zusammenzutragen – eine Zusammenstellung, die in diesem durchaus vielfältigen und schnelllebigen Geschäft allerdings nicht beanspruchen kann, vollständig zu sein.

Inhaltsverzeichnis

Wer optimiert hier eigentlich was?

Gleich zu Beginn lohnt es sich, noch einmal klar zu stellen, was „Suchmaschinenoptimierung“ eigentlich bedeutet. Oft wird der Begriff vereinfacht darauf reduziert, dass man seine Website darauf optimiert, dass sie leichter und besser von den Suchmaschinen (also vor allem Google) indexiert wird.

Tatsächlich kann man die Bedeutung aber auch ins Wörtliche umdrehen: SEO betrifft alle Maßnahmen, die den Suchmaschinen helfen, besser zu werden. Denn es geht nicht unbedingt um eine bessere, höhere Platzierung der eigenen Website bei bestimmten Suchbegriffen (obwohl dies die messbaren Ergebnisse sind), sondern darum, dass über die Suchmaschinen besserer Traffic auf eine Website kommt, also jene Nutzer:innen, deren Bedürfnisse und Fragen mit einer Website genauer angesprochen oder beantwortet werden.

Der Unterschied zwischen diesen beiden Beschreibungen mag an der Oberfläche gering sein, tatsächlich verändert er die Blickweise aber ganz und gar, weil es die Richtung der Optimierung verändert. Das Ziel einer Website muss es zuallererst sein, nützliche Informationen so aufzubereiten, dass die Nutzer:innen (und auch die Suchmaschinen) damit möglichst viel anfangen können. Denn so wird optimiert, wer die Seite findet – und damit vor allem, wer auch bleibt und wiederkehrt.

Grundlagen

Suchmaschinen bewerten eine Menge unterschiedlicher Faktoren, die nicht immer vollständig klar sind; Google spricht von mehreren Hundert Faktoren, die für das Ranking einer Website von Bedeutung sind. Wir haben hier nur die wichtigsten Aspekte zusammengetragen, die Sie sinnvoll beeinflussen, wenn nicht sogar steuern können.

E-E-A-T

Einer der wichtigsten Rankingfaktoren für Google wird mit dem Akronym E-E-A-T umschrieben: „Experience, Expertise, Authoritativeness and Trustworthiness“. Auf Deutsch etwa: Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Der Algorithmus versucht also jene Websites und Inhalte besonders weit vorne anzuzeigen, die zu einer bestimmten Suchanfrage mit nachweisbarer Erfahrung und Fachwissen auftreten können, das begründet ist und die Basis für Vertrauen bietet.

Besonders wichtig ist E-E-A-T bei sogenannten YMYL-Themen („Your Money, Your Life“), also bei Inhalten, die sich auf Gesundheit, Finanzen, rechtliche Fragen oder andere Bereiche beziehen, die das Wohlergehen, die finanzielle Stabilität oder die Sicherheit von Menschen direkt beeinflussen können. Bei solchen sensiblen Themen legt Google besonderen Wert darauf, dass die Informationen aus qualifizierten, vertrauenswürdigen Quellen stammen.

Entscheidend dabei: E-E-A-T bezieht sich ausdrücklich nicht nur auf die Website als Ganzes, sondern auch und besonders auf die Autor:innen, die hinter den Inhalten stehen. Google bewertet also:

  • Die Erfahrung der Autor:innen: Haben sie praktische, nachweisbare Erfahrung mit dem Thema, über das sie schreiben?
  • Die Expertise der Autor:innen: Verfügen sie über die notwendige Fachkompetenz und Qualifikation?
  • Die Autorität der Autor:innen: Werden sie in ihrem Fachgebiet als anerkannte Expert:innen wahrgenommen?
  • Die Vertrauenswürdigkeit der Autor:innen: Sind sie als zuverlässige Informationsquellen bekannt?

Das bedeutet konkret: Ein medizinischer Fachartikel wird von Google höher bewertet, wenn er von einer Ärztin oder einem Arzt mit entsprechender Qualifikation verfasst wurde und diese Person auch klar als Autor:in genannt wird. Ein Finanzratgeber gewinnt an Gewicht, wenn er von zertifizierten Finanzberater:innen stammt.

Allerdings sind die E-E-A-T-Kriterien kein direkter Rankingfaktor in den Suchalgorithmen; vielmehr werden sie als die Basis verwendet, nach der menschliche Bewertungen von Inhalten gewichtet werden – und Google versucht dann, diese Bewertungen für seine eigenen Rankings zu berücksichtigen.

E-E-A-T in der Praxis

Es gibt verschiedene Methoden, wie sich Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit demonstrieren lassen.

  • Erfahrung lässt sich zum Beispiel im Text durch praktische Beispiele aus eigener Arbeit untermauern oder durch entsprechende Verweise in der Kurzbiographie der Autor:innen.
  • Auch Expertise lässt sich in der Kurzbiographie andeuten, wird aber vor allem durch den Inhalt selbst vermittelt: Fachliche Genauigkeit, Komplexität, Verweise auf qualitativ hochwertige Quellen.
  • Autorität kann nicht selbst erschaffen werden, sondern basiert im Wesentlichen auf konsequenter Arbeit und der darauf basierenden Reputation, die sich in Nennungen und Verlinkungen von anderen (ähnlich hochwertig geschätzten) Websites widerspiegelt.
  • Vertrauenswürdigkeit hingegen ergibt sich durch Transparenz und Offenheit. Dazu gehören grundlegende Informationen wie ein Impressum und Kontaktinfos.

Auch wenn die E-E-A-T-Kriterien hoffen ließen, dass inhaltliche Qualität und Expertise für gute Rankings ausreichen, sieht die Realität natürlich anders aus. Das Internet ist groß, und so klug, erfahren und wortgewandt man selbst auch sein mag, es gibt doch immer noch sehr viele andere Expert:innen zu fast allen Themen in der weiten Welt.

Das bedeutet: Es kommt auch darauf an, wie die Texte aufgebaut sind, präsentiert und eingebunden werden. Wir kommen also nicht umhin, uns in die Mühen der Ebene, der Erstellung und Präsentation unserer Inhalte, hineinzubegeben. Also auf!

Onpage-Optimierung

Unter Onpage-Optimierung versteht man die Optimierung all jener Elemente, die die Betreiber:innen einer Website selbst beeinflussen können: Technische Voraussetzungen, Inhalte, Struktur der Website, die ganze User Experience usw.

Für einen schnellen Überblick darüber, auf welchem Niveau die eigene Website in Sachen Onpage-Optimierung steht, gibt es einige kostenlose SEO-Tools, die nach wenigen Sekunden schon Kurzanalysen ausgeben können.

Text und Inhalt („Content SEO“)

Der Text, der lesbare Inhalt einer Website ist von zentraler Bedeutung für Suchmaschinen: Nur so können sie überhaupt einordnen, welche Informationen dort zu finden sind, um welche Themen es geht, mit welchen Fragen und Interessen Nutzer:innen sinnvollerweise auf eine Website schauen sollten. Wir haben ein paar Aspekte zusammengetragen, die dabei wichtig sind.

Textlänge (“Content-Größe”)

Es gibt unterschiedliche Konzepte, wie umfangreich einzelne Content-Elemente sein sollen.

  • Holistischer Content: Der Begriff des Holismus wird im Bereich SEO meist für sogenannten „holistischen Content“ verwendet. Damit ist die Empfehlung gemeint, zu den wichtigsten Themen einer Website jeweils auf einzelnen Seiten möglichst lange und vollständige Texte zu platzieren, die die jeweiligen Themen idealerweise erschöpfend behandeln. Aufbereitung und Pflege einer solchen Seite ist natürlich anspruchsvoll – da sie das Thema umfassend beschreiben sollen, müssen sie auch zutreffende Informationen enthalten. Bedenken Sie auch, dass längere Texte leichter dazu führen, dass Ihre Leser:innen sich langweilen – ausführliche Inhalte wollen gut strukturiert und aufbereitet sein.
  • Häppchen-Content: Eine ganz andere Empfehlung geht in die Richtung, eher kleine Informationshappen pro Seite zu produzieren, die fokussiert eine Antwort auf jeweils eine bestimmte Frage geben. Dass es dabei nicht sinnvoll ist, wirklich nur kürzeste Texte zu produzieren, sollte allerdings auch klar sein. Und: Qualität geht auch hier immer vor Quantität!
  • Cornerstone-Content: Dieses Konzept beschreibt im Grunde eine Mischform: Neben vielen kleinen Seiten mit mehr oder minder spezifischen, jedenfalls nicht zu ausführlichen Texten gibt es einige „Ecksteine“, in denen Themen ausführlich präsentiert und diskutiert werden. Von dieser Seite aus können leicht Links zu Seiten gesetzt werden, die sich mit sehr spezifischen Einzelfragen, vor allem aber mit benachbarten Themen beschäftigen. Wichtig ist dabei, dass die „Eckpfeiler“-Seite nicht nur inhaltlich ausführlich ist, sondern auch in der Linkhierarchie der Website eine entsprechend herausragende Position bekommt – ein Thema für die Informationsarchitektur.
    Statt von „Eckpfeiler“ oder „Cornerstone“ spricht man zuweilen auch von „Pillar Pages“ oder „Pillar Content“, also „Säulen“, auf denen das SEO-Konzept ruht. Das Grundkonzept ist dabei jedoch identisch.

Die unterschiedlichen Konzepte, wie Inhalt auf der Seite strukturiert sein soll, sind nur in Grenzen in sich widersprüchlich; derzeit wird meist eine Mischform wie das „Cornerstone“-Konzept empfohlen, weil sich dies auch in der täglichen Praxis bewährt hat.

Für Suchmaschinen spielt es durchaus eine Rolle, wie aktuell Inhalte sind, allerdings anders, als oft angenommen wird. Es geht nicht primär darum, täglich neue Artikel zu veröffentlichen oder die Website ständig zu überarbeiten. Entscheidend ist vielmehr die Relevanz und Aktualität der Informationen für die Nutzer:innen.

Die Entscheidung für eines der Konzepte orientiert sich also wahrscheinlich besser und vor allem an der Frage, was Sie selbst am besten bewältigen können und was den Interessen Ihrer Kund:innen und Leser:innen am stärksten entgegenkommt –  schließlich erstellen Sie die Inhalte für sie, nicht für die Suchmaschine.

Es kann auch sinnvoll sein, zunächst viele kleine Informationshäppchen zu publizieren und dabei Stück für Stück einen ausführlichen „Eckstein“ vorzubereiten. Eine solche strategische Vorgehensweise hat auch den Vorteil, dass der Prozess der Content-Produktion und des Publizierens kontinuierlich und an überschaubaren Objekten eingeübt werden kann.

Textqualität und -struktur

Dass der eigentliche Text auf einer Website für Suchmaschinen entscheidend ist, ist natürlich ein Gemeinplatz. Inzwischen hat sich auch herumgesprochen, dass sich die „Qualität“ eines Textes auch für Google, Bing & Co. nicht mehr nach möglichst vielen und dicht gesetzten Keywords bemisst.

Wichtiger ist, dass der Text gut und leicht lesbar ist – sowohl für Menschen als auch für Algorithmen.

Guter Text für Menschen (und Maschinen)

Menschen mögen es nicht, wenn sie ausschließlich mit langen Schachtelsätzen konfrontiert werden. Kurze Sätze bringen Klarheit. Je mehr Klarheit sie transportieren, desto zufriedener sind die Leser. Und bevor es zu schlicht wird, lässt sich zur Abwechslung wieder ein längerer Satz einfügen, der die Komplexität ein wenig erhöht.

Wenn Sie um den heißen Brei herumreden, verlieren Sie alle Leser:innen, die hauptsächlich nach einer bestimmten Information suchen. Kommen Sie also zum Punkt. Geben Sie Ihrem Text eine klare Struktur, einen Anfang, einen Mittelteil, ein klares Ende – und verraten Sie Ihren Leser:innen schon früh, was Sie vorhaben. Dann bringen diese auch die Geduld auf, Ihnen ein Stück länger zu folgen. Das ist auch deshalb wichtig, weil die Suchmaschinen inzwischen bewerten, wie lange die Nutzer:innen auf Ihrer Seite bleiben.

Was für Menschen gilt, gilt auch für die Algorithmen: Klare, aktive Sätze verstehen sie besser als verschachteltes Geschwurbel. Je klarer und strukturierter Sie sich also äußern, desto eher finden Leser:innen wie Algorithmen bei Ihnen die entscheidenden Informationen. (Wir haben anderswo schon einmal Gründe dafür gesammelt, warum guter Text wichtig ist – ebenso wie entscheidende Text-Tipps für SEO-Zwecke und bessere Conversions.)

Guter Text für Maschinen (und für Menschen)

Damit die Crawler der Suchmaschinen Struktur und Inhalt eines Textes gut erfassen können, ist es wichtig, dass insbesondere die Struktur klar durch die tags im HTML-Code beschrieben wird. Das bedeutet insbesondere:

  • Der Text sollte eine konsistente Struktur mit Überschrift und Zwischenüberschriften besitzen. Die Überschrift der Seite wird mit einem <h1>-Tag markiert (von diesem sollte es in der Regel nur einen geben), die verschiedenen Zwischenüberschriften markieren einzelne Abschnitte, klar hierarchisch nach <h2>, <h3> usw. gegliedert.
  • Listen, Zitate und andere Strukturelemente sollten durch die entsprechenden Tags ausgezeichnet sein.
  • Tabellen können für die Aufbereitung von vergleichbaren Informationen ebenfalls sehr sinnvoll sein.

Fürs menschliche Auge bieten Listen und Tabellen zudem den Vorteil, dass sie nicht nur Abwechslung zum Fließtext bieten, sondern Informationen auch sinnvoll strukturieren, Ähnliches vergleichbar machen usw.

Klar strukturierte Abschnitte machen es außerdem Suchmaschinen leichter, aus Ihren Inhalten die Antworten auf sehr spezifische Fragen herauszuarbeiten (also FAQs zusammenzustellen, “frequently asked questions” mit den passenden Antworten). Sie nutzen diese unter Umständen bei sehr spezifischen Fragen, um den Nutzer:innen sofort und in einem sog. Featured Snippethervorgehoben die passende Antwort von Ihrer Website zu servieren – inklusive Link zu eben der Seite, auf der die Antwort zu finden ist.

Dass der verwendete HTML-Code standardkonform sein sollte, ist streng genommen ein eher technisches Thema, sollte aber heutzutage eigentlich gar nicht mehr erwähnt werden müssen.

Keywords

„Keyword-Stuffing“ ist schon lange nicht mehr in Mode: Das Vollstopfen eines Textes mit den Schlüsselbegriffen, nach denen Nutzer:innen womöglich suchen könnten, als würde man einen ausgenommenen Truthahn mit Bratensauce und Esskastanien stopfen, bevor man ihn in den Ofen schiebt. (Oder was auch immer Ihnen der Appetit eingibt.)

Die oberste Direktive lautet stattdessen, siehe oben: Lesbarkeit. Ein Text, den ich gerne lesen mag und der mich gut über ein bestimmtes Thema informiert, wird die entsprechenden Schlüsselbegriffe nahezu zwangsläufig schon enthalten – auch in hinreichender Häufigkeit. Eine sogenannte WDF*IDF-Analyse (Within Document Frequency/Inverse Document Frequency) kann und sollte allenfalls dazu dienen, auf möglicherweise fehlende Aspekte und Begriffe hinzuweisen. Es geht dabei also nicht um “Keyword-Dichte”, sondern darum, sicherzustellen, dass alle wichtigen Begriffe und Themen auch wirklich vorkommen.

Es kann allerdings durchaus hilfreich sein, die entscheidenden Termini und Keywords dort unterzubringen, wo Menschen und Suchmaschinen sie auch herausgehoben wahrnehmen: In den Überschriften und Zwischenüberschriften.

Search Intent: Die Absicht hinter der Suchanfrage verstehen

Moderne Suchmaschinen bewerten Keywords nicht isoliert, sondern im Kontext der Suchintention (Search Intent). Google versucht zu verstehen, welche Absicht Nutzer:innen mit einer bestimmten Suchanfrage verfolgen. Grob lassen sich vier Hauptkategorien unterscheiden:

  • Informational Intent: Nutzer:innen suchen nach Informationen oder Antworten auf Fragen (z.B. „Was ist SEO?“, „Wie funktioniert responsive Design?“)
  • Navigational Intent: Die Suche zielt auf eine bestimmte Website oder Marke ab (z.B. „VERDURE Magazin“, „TYPO3 Login“)
  • Transactional Intent: Nutzer:innen möchten eine Handlung ausführen, meist einen Kauf (z.B. „TYPO3 Agentur beauftragen“, „Webdesign Angebot“)
  • Commercial Investigation: Recherche vor einer Kaufentscheidung (z.B. „beste CMS-Systeme Vergleich“, „TYPO3 vs WordPress“)

Nur so werden Texte wirklich passgenau: Darum sollten Sie die Suchintention Ihrer B2B-Kunden kennen

Für Ihre Content-Strategie bedeutet das: Analysieren Sie, welche Suchintention hinter Ihren Ziel-Keywords steht, und passen Sie Format und Inhalt entsprechend an. Ein informationaler Suchbegriff verlangt nach ausführlichen Ratgebern, ein transaktionaler nach klaren Leistungsbeschreibungen mit deutlichen Handlungsaufforderungen.

Semantische Suche und Bedeutungsfelder

Suchmaschinen arbeiten längst nicht mehr nur mit exakten Keyword-Übereinstimmungen, sondern verstehen semantische Zusammenhänge – also die Bedeutung hinter Begriffen und ihre Beziehungen zueinander. Google erkennt Synonyme, verwandte Konzepte und thematische Zusammenhänge.

Praktisch bedeutet das:

  • Statt ein einzelnes Keyword zu wiederholen, sollten Sie thematische Bedeutungsfelder abdecken
  • Verwenden Sie natürliche Variationen und Synonyme (z.B. „Suchmaschinenoptimierung“, „SEO“, „organische Suche“)
  • Integrieren Sie verwandte Begriffe, die das Thema umfassend beschreiben (bei „responsive Design“ etwa: „mobile Optimierung“, „Breakpoints“, „flexible Layouts“, „Mobile-First“)
  • Beantworten Sie verwandte Fragen und Aspekte, die Nutzer:innen zum Hauptthema haben könnten

Diese semantische Herangehensweise führt automatisch zu umfassenderen, wertvolleren Inhalten – und unterstützt zugleich die im Abschnitt zur Textlänge beschriebenen Konzepte von holistische Content und Cornerstone-Seiten.

Content Cluster: Thematische Autorität aufbauen

Die Kombination aus Search Intent und semantischer Suche führt direkt zum Konzept der Content Cluster (auch Topic Clusters genannt), einem strukturellen Ansatz, den wir weiter unten im Abschnitt zur Informationsarchitektur ausführlich behandeln.

Die Grundidee: Statt einzelne, isolierte Seiten zu verschiedenen Keywords zu erstellen, bauen Sie thematische Cluster auf. Eine zentrale „Pillar Page“ behandelt ein Hauptthema umfassend, während mehrere spezialisierte Unterseiten („Cluster Content“) einzelne Aspekte vertiefen – alle untereinander sinnvoll verlinkt.

Dieser Ansatz signalisiert Suchmaschinen thematische Expertise und Autorität in einem Bereich und verbessert zugleich die Nutzererfahrung, da Besucher:innen leicht zwischen verwandten Themen navigieren können.

Mehr dazu finden Sie im Abschnitt „Informationsarchitektur“ weiter unten, wo wir die praktische Umsetzung von Content Clustern und ihre strukturelle Integration detailliert beschreiben.

Bilder

Bilder stellten für Suchmaschinen lange Zeit ein Problem dar, weil sie sich nicht so leicht auslesen ließen wie Text. Inzwischen hat sich das grundlegend geändert: Moderne KI-Systeme wie Google Lens, Google Vision AI oder die Bilderkennungstechnologien in den Suchmaschinen können Bildinhalte mittlerweile erstaunlich präzise erkennen und interpretieren – von Objekten über Personen bis hin zu Szenen und Stimmungen.

Trotzdem bleiben manuelle Optimierungen unverzichtbar. Denn auch wenn die KI viel erkennt, kann sie nicht automatisch verstehen, welche Bedeutung ein Bild im Kontext Ihrer spezifischen Inhalte hat oder welche Intention Sie mit der Verwendung verfolgen. Zudem spielen diese Informationen eine wichtige Rolle für die Barrierefreiheit – Screenreader für sehbehinderte Menschen sind nach wie vor auf korrekte Textbeschreibungen angewiesen.

Praktische Maßnahmen für bildbasiertes SEO

1. Sprechende Dateinamen verwenden: Beschreiben Sie das Motiv oder Thema im Dateinamen, also statt pic_09ax34.jpg etwa schwarzwaelder-kirschtorte.jpg

2. Alt-Attribut nutzen: Das alt-Attribut im HTML-Code beschreibt das Motiv präzise und wird sowohl von Suchmaschinen als auch von Screenreadern ausgelesen. Es ist Pflicht für barrierefreie Websites und sollte konkret formuliert sein (z.B. „Schwarzwälder Kirschtorte mit Sahne und Kirschen auf weißem Teller“).

3. Bildunterschriften und title-Attribut: Nutzen Sie sichtbare Bildunterschriften, um Kontext und Bedeutung zu erklären. Das title-Attribut kann zusätzliche Informationen liefern, die beim Hovern über das Bild angezeigt werden.

4. Strukturierte Daten für Bilder: Für bestimmte Bildtypen (Produkte, Rezepte, Anleitungen) können strukturierte Daten die Chancen erhöhen, in speziellen Bildsuchergebnissen oder Rich Snippets aufzutauchen.

Technische Optimierung nicht vergessen

Neben den inhaltlichen Aspekten sollten Sie auch auf die technische Bildoptimierung achten:

  • Moderne Bildformate wie WebP oder AVIF nutzen (mit Fallback-Optionen für ältere Browser)
  • Responsive Images mit srcset und sizes-Attributen für verschiedene Bildschirmgrößen
  • Angemessene Dateigröße durch Komprimierung – große Bilddateien verlangsamen die Ladezeit erheblich
  • Lazy Loading für Bilder, die erst beim Scrollen sichtbar werden

Wie Sie Ihre Bilder umfassend für Web und SEO optimieren, haben wir in diesem Artikel ausführlich beschrieben:

Praktische Tipps für den Alltag Bildoptimierung für SEO

Technik („Technical SEO“)

Auch technische Aspekte wie Servergeschwindigkeit und URLs beeinflussen das Ranking bei den Suchmaschinen.

Ladezeiten und Core Web Vitals

Google bewertet die Geschwindigkeit und Nutzererfahrung einer Website anhand der Core Web Vitals – einer Reihe von Metriken, die seit 2021 offiziell als Rankingfaktoren gelten. Diese Kennzahlen messen nicht nur die reine Ladegeschwindigkeit, sondern die gesamte Nutzererfahrung beim Seitenaufruf.

Die drei Core Web Vitals im Überblick

1. Largest Contentful Paint (LCP) – Ladeperformance Misst, wie lange es dauert, bis das größte sichtbare Element im Viewport geladen ist (z.B. ein Hero-Image oder Textblock).

  • Zielwert: Unter 2,5 Sekunden
  • Was beeinflusst LCP: Serverantwortzeiten, Bildgrößen, Rendering-blockierende Ressourcen

2. First Input Delay (FID) / Interaction to Next Paint (INP) – Interaktivität FID misst die Zeit zwischen der ersten Nutzerinteraktion (z.B. Klick) und der Reaktion des Browsers. Google ersetzt FID zunehmend durch INP (Interaction to Next Paint), das die Reaktionsfähigkeit während der gesamten Seitennutzung bewertet.

  • Zielwert FID: Unter 100 Millisekunden
  • Zielwert INP: Unter 200 Millisekunden
  • Was beeinflusst FID/INP: JavaScript-Ausführung, lange Tasks, Third-Party-Scripts

3. Cumulative Layout Shift (CLS) – Visuelle Stabilität Misst unerwartete Layout-Verschiebungen während des Ladens (z.B. wenn Bilder ohne definierte Größe nachgeladen werden und Text verschieben).

  • Zielwert: Unter 0,1
  • Was beeinflusst CLS: Bilder ohne Größenangaben, dynamisch geladene Inhalte, Web Fonts

Warum Core Web Vitals wichtig sind

Die Metriken basieren auf realen Nutzerdaten und spiegeln wider, wie Menschen Ihre Website tatsächlich erleben. Studien zeigen, dass bei Ladezeiten über 3 Sekunden die Absprungrate auf bis zu 90% steigt. Schnelle, responsive Websites verbessern nicht nur das Ranking, sondern auch Conversion-Raten und Nutzerzufriedenheit.

Tools zur Messung und Optimierung der Core Web Vitals

Google PageSpeed Insights analysiert Ihre Website sowohl anhand von Labordaten als auch realen Felddaten (Chrome User Experience Report) und gibt konkrete Verbesserungsvorschläge für alle Core Web Vitals.

Weitere hilfreiche Tools:

  • Google Search Console: Zeigt Core Web Vitals-Status für alle Seiten Ihrer Website
  • WebPageTest.org: Detaillierte Analysen mit verschiedenen Teststandorten und Geräten
  • Chrome DevTools: Lighthouse-Audits für lokale Tests während der Entwicklung

Typische Optimierungsmaßnahmen

Die Gründe für schlechte Core Web Vitals sind vielfältig:

  • Serverperformance: Langsame Serverantwortzeiten (TTFB) durch überlastete oder schlecht konfigurierte Server
  • Bildoptimierung: Zu große, unkomprimierte Bilder ohne moderne Formate (WebP, AVIF)
  • JavaScript und CSS: Render-blockierende Ressourcen, ungenutzter Code, fehlende Komprimierung
  • Third-Party-Scripts: Tracking-Tools, Social-Media-Widgets, Werbung
  • CMS-Overhead: Manche Content Management Systeme laden viel Code, bevor Inhalte angezeigt werden

Konkrete Verbesserungsansätze

Die Optimierung der Core Web Vitals ist technisch anspruchsvoll und erfordert oft Expertise in verschiedenen Bereichen – von Server-Administration über Frontend-Entwicklung bis hin zu CMS-Konfiguration. Es empfiehlt sich dringend, Expert:innen hinzuzuziehen, die eine fundierte Analyse durchführen und gezielte Verbesserungsmaßnahmen umsetzen können.

Es gibt eine Reihe von Bereichen, in denen typischerweise bestimmte Optimierungen anfallen:

  1. Server: Schnellerer Hosting-Provider, Content Delivery Network (CDN), Server-Caching
  2. Bilder: Komprimierung, moderne Formate, Lazy Loading, responsive Images mit srcset
  3. Code: CSS/JavaScript minifizieren, ungenutzten Code entfernen, kritisches CSS inline einbinden
  4. Caching-Strategien: Browser-Caching, Server-Side-Caching für statische und dynamische Inhalte
  5. Layout-Stabilität: Größenangaben für Bilder und Videos, Platzhalter für dynamische Inhalte

Die Investition lohnt sich: Bessere Core Web Vitals bedeuten nicht nur bessere Rankings, sondern vor allem zufriedenere Nutzer:innen – und das ist letztlich das Ziel jeder Website.

Mobile Nutzbarkeit

Mobile First ist heute Standard. Seit 2021 nutzt Google ausschließlich den Mobile-First-Index. Das bedeutet: Für die Bewertung und das Ranking Ihrer Website zieht Google primär die mobile Version heran, nicht mehr die Desktop-Variante. Diese Entwicklung ist die logische Konsequenz daraus, dass mittlerweile deutlich über 60% aller Suchanfragen von mobilen Endgeräten kommen – Tendenz weiter steigend.

Was Mobile First konkret bedeutet

Ihre Website wird von Google so bewertet, wie sie auf Smartphones und Tablets funktioniert und aussieht. Wenn Inhalte, Funktionen oder strukturierte Daten nur auf der Desktop-Version vorhanden sind, werden sie für das Ranking nicht berücksichtigt. Das bedeutet:

  • Vollständige Inhalte auch mobil: Reduzierte „mobile Versionen“ mit weniger Informationsgehalt sind nicht nur veraltet, sondern schädlich für Ihr Ranking. Alle wichtigen Inhalte, Bilder, Videos und Funktionen müssen auch auf mobilen Geräten verfügbar sein.
  • Mobile Usability als Rankingfaktor: Google bewertet aktiv, wie gut Ihre Website auf mobilen Geräten nutzbar ist – von der Lesbarkeit der Schrift über ausreichende Touch-Ziele bis hin zu vermiedenen horizontalen Scroll-Bereichen.
  • Responsive Design als Best Practice: Websites sollten heute grundsätzlich mit responsive Webdesign konzipiert werden – also so, dass sie sich automatisch an unterschiedliche Bildschirmgrößen anpassen und auf allen Endgeräten optimal darstellbar sind.

Typische Optimierungsmaßnahmen für Mobile First

  • Responsive Webdesign: Flexible Layouts mit relativen Größenangaben (%, em, rem) statt festen Pixel-Werten
  • Touch-optimierte Navigation: Ausreichend große Klick- und Touch-Bereiche (mindestens 48×48 Pixel)
  • Lesbare Schriftgrößen: Mindestens 16px Grundschrift, ohne dass Nutzer:innen zoomen müssen
  • Schnelle Ladezeiten: Besonders auf mobilen Geräten mit schwächeren Prozessoren und langsameren Verbindungen kritisch (siehe Core Web Vitals)
  • Optimierte Bilder: Responsive Images mit srcset für verschiedene Bildschirmauflösungen
  • Vermeidung von Flash und anderen veralteten Technologien: Diese werden auf mobilen Geräten oft nicht unterstützt

Mobile First heißt nicht „Mobile Only“

Auch wenn Google primär die mobile Version bewertet, bedeutet das nicht, dass die Desktop-Erfahrung vernachlässigt werden sollte. Responsive Webdesign sorgt dafür, dass Ihre Website auf allen Geräten optimal funktioniert – vom Smartphone über Tablets bis zum großen Desktop-Monitor. Die Devise lautet: Mobile First, aber Desktop nicht vergessen.

Secure Sockets Layer (SSL)/https

Wenn eine Website per SSL (inzwischen eigentlich Transport Layer Security, TLS) aufgerufen wird, baut sich eine verschlüsselte Verbindung zwischen dem Webserver und dem Browser der Nutzer:innen auf – von außen ist dann nicht mehr erkennbar, welche Daten genau zwischen den beiden Verbindungspartnern versandt wurden. Erkennbar ist das in der Regel am „https“ (statt „http“) zu Beginn der Adresszeile. Moderne Browser zeigen sichere Verbindungen auch durch ein grünes Schloss oder ein vergleichbares Icon in der URL-Zeile an.

Google wertet eine Verwendung des HTTPS-Protokolls schon seit 2014 als positiven Ranking-Faktor; inzwischen warnen die meisten Browser ausdrücklich und sichtbar vor Seiten, die diesen Sicherheitsstandard nicht einhalten und erlauben den Zugriff nur nach ausdrücklicher Genehmigung.

Sollten Sie über die Website personenbezogene Daten versenden (lassen), etwa über Kontaktformulare oder während Kaufvorgängen, verpflichtet Sie das Europäische Datenschutzrecht sowieso zur Nutzung von HTTPS, da sonst übertragene Informationen (also ggf. auch Adress- oder Kreditkartendaten) abgefangen bzw. mitgelesen werden könnten.

Suchmaschinenfreundliche URLs

Welche Bedeutung lesbare URLs für die Suchmaschinenoptimierung haben, ist umstritten. Von den Spezialisten bei Google war immer wieder zu hören, dass Keywords in der URL keine besondere Bedeutung für das Ranking haben; dass man aber zum Beispiel einen Domainnamen verwenden sollte, der dem eigenen Markennamen idealerweise entspricht, ist sicherlich keine Überraschung.

Trotzdem sollte eine ideale URL ein paar Kriterien erfüllen:

  • Sie ist nicht zu lang (idealerweise zwischen 50 und 80 Zeichen)
  • Sie endet auf einen Schrägstrich, sog. “Trailing Slash” (https://baecker-kruse.biz/kuchen/ statt https://baecker-kruse.biz/kuchen).
  • Sie ist nicht kryptisch, sondern sprechend: statt https://baecker-kruse.biz/geb-001.html empfehlen wir eher https://baecker-kruse.biz/hier-gibt-es-kuchen/.
  • Sprechende URLs enthalten fast zwangsläufig und sinnvollerweise auch das für Ihre Seite entscheidende Keyword.
  • Wörter in der URL sind idealerweise durch einen Bindestrich getrennt, nicht durch Unterstriche.

Was auch noch helfen kann: https://baecker-kruse.biz/gebaeck/kekse/ erlaubt schon in der URL einen Blick auf die Struktur der Website – dies reicht dann aber schon in den Bereich der Informationsarchitektur hinein.

Bei größeren Arbeiten an der Website, einem großen Relaunch oder einer nicht ganz so großen Umstrukturierung, kann es passieren, dass sich die URL einzelner Seiten verändert.

Damit diese Seiten dabei nicht einfach aus dem Index fallen (weil sie für die Bots der Suchmaschinen einfach verschwunden sind) und die mit ihnen erarbeitete Reputation wegfällt, muss zum Relaunch darauf geachtet werden, dass für die alten URLs feste Weiterleitungen auf die neuen URLs eingerichtet werden; dies ist auf Webservern aller Arten eigentlich problemlos möglich. Die Weiterleitungen sollten ohne zeitliche Begrenzung aufrecht erhalten bleiben, damit auch Nutzer:innen, die über alte Verlinkungen auf Ihre Website kommen, nicht unnötigerweise auf einer 404-Seite („Page not found“) landen.

XML-Sitemap

Eine maschinenlesbare Sitemap, also eine strukturierte Liste der auf einer Website vorhandenen EInzelseiten, hilft den Bots der Suchmaschinen, sich schnell einen Überblick über die einzelnen Seiten zu verschaffen und diese korrekt und vollständig zu indizieren.

Nofollow/Noindex

Mit den Meta-Informationen “noindex” und “nofollow” werden Suchmaschinen-Bots darüber informiert, dass sie ein bestimmte Seite explizit nicht in den Index mit aufnehmen sollen bzw. den Links von einer Seite (oder einem spezifischen Link) nicht weiter folgen sollen.

Der Einsatz dieser Tags sollte zurückhaltend und mit Augenmaß erfolgen; er ist vor allem sinnvoll für Seiten, die inhaltlich nicht für Ihr Angebot relevant sind, aber dennoch eingebunden werden müssen.

Informationsarchitektur („Structural SEO“)

Die innere Struktur einer Website, d.h. wie Informationen verteilt oder wo welche Inhalte präsentiert werden, gehört zu den Kernaufgaben der Informationsarchitektur (Information Architecture oder IA). Hier ist es besonders sinnvoll, wenn SEO-Themen bereits bei der Planung einer Website oder eines Relaunches frühzeitig berücksichtigt werden, weil spätere strukturelle Änderungen natürlich immer besonders viel Aufwand mit sich bringen.

Inhaltliche Strukturen schaffen

Zusammenhängende Themen sollten auch miteinander verknüpft werden – was sich unmittelbar logisch anhört, kann aber bei der Planung komplexer Websites auch einmal etwas in Vergessenheit geraten.

Die Verknüpfungen von inhaltlich verwandten Seiten kann und sollte auf zweierlei Weisen geschehen: Zum einen ist es sinnvoll, sie unmittelbar als hierarchisch zusammenhängende Seiten anzubieten – mit Übersichtsseite auf den höheren Ebenen, Detailseiten auf tieferen – und dies z.B. auch in der URL-Struktur mit abzubilden. So wird für den Googlebot der Zusammenhang zwischen den Seiten unmittelbar sichtbar.

Zum anderen sollten natürlich auch die Verlinkungen diese Hierarchie abbilden bzw. dafür sorgen, dass thematische bzw. semantische Cluster (also Ansammlungen von Seiten, die inhaltlich von einem Thema bzw. einer Keyword-Gruppe handeln – dies ist nicht zuletzt für den oben beschriebenen Cornerstone-Content von Bedeutung) auch besonders eng und sinnvoll miteinander verlinkt sind.

Sinnvolle interne Verlinkungen und Link-Benennungen

Die gleiche Regel gilt auch für alle Seiten einer Website, die thematische Bezüge zueinander aufweisen: Interne Verlinkungen sollten gesetzt werden, wann immer sie sinnvoll sind – und dann ist es auch sinnvoll, dass der auf einer Seite verlinkte Text tatsächlich klar und nachvollziehbar andeutet, auf welchen Inhalt verlinkt wird.

Für Suchmaschinen ist eine Formulierung wie „Das Dokument zur Anmeldung finden Sie hier.“, bei der nur das „hier“ verlinkt ist, nur mit Mühe sinnvoll interpretierbar. „Melden Sie sich jetzt an!“ oder „Hier direkt zur Anmeldung!“ bietet nicht nur einen sprechenden Linktext für die Bots, sondern enthält auch gleich noch eine direkte Ansprache und Aufforderung für Ihre Nutzer:innen.

Hierarchie abbilden

Idealerweise wird die Struktur der Website – die thematischen Verbindungen der einzelnen Seiten auch in der Hierarchie der Navigation und in den URLs sichtbar. Dann gäbe es etwa beim fiktiven Bäcker Kruse Seiten zu “Brötchen” und zum Thema “Kuchen”, die aber beide dem Thema “Backen” untergeordnet sind – die URLs wären dann entsprechend https://baecker-kruse.biz/backen/broetchen/ sowie https://baecker-kruse.biz/backen/kuchen/, nicht aber https://baecker-kruse.biz/backen/ neben https://baecker-kruse.biz/broetchen/ und https://baecker-kruse.biz/kuchen/. 

Wie Hänsel und Gretel im Märchen können Sie für die Nutzer:innen – und für die Suchmaschinen – “Brotkrumen” hinterlassen, die ihnen helfen sollen, sich auf Ihrer Website zurechtzufinden.

Diese “Breadcrumbs” lassen sich idealerweise auf Ihrer eigenen Website integrieren und helfen den Nutzer:innen, sich innerhalb des Angebots und der Hierarchie zu orientieren; das kann dann zum Beispiel so aussehen:

Die gleiche Seite sieht dann in der Übersicht der Suchergebnisse so aus:

Auch dort werden also die Breadcrumbs (ganz oben) direkt mit übernommen, um so den Nutzer:innen zu zeigen, in welchem Bereich der Zielseite sie ankommen werden, wenn sie auf den Link klicken.

Duplicate Content vermeiden

Suchmaschinen freuen sich besonders über einzigartige Inhalte – also Content, den sie nur an einer Stelle finden. Sogenannter Duplicate Content“ („Verdoppelter Inhalt“) beschreibt identische Inhalte, die unter verschiedenen URLs im Netz zu finden sind. Duplicate Content kann zu schlechteren Rankings in den Suchmaschinen führen, da überall und mehrfach verfügbare Inhalte von den Algorithmen als nicht so wertvoll erachtet werden.

Man unterscheidet zwischen externem und internem Duplicate Content – also doppelten Inhalten, die sich auf verschiedenen Domains oder unter Ihrer eigenen Domain finden.

Externer Duplicate Content

Es gibt verschiedene Ursachen für externe Duplicate Content ­– manche nimmt man sogar gerne in Kauf. Pressemitteilungen zum Beispiel sollen durchaus ihren Weg zu Nachrichtendiensten und Presseportalen finden, Ihre Produktbeschreibungen vielleicht in Shops auftauchen. Diese Dopplungen bringen in der Regel auch keine Probleme im SEO.

Ärgerlicher sind dann schon Websites, die Inhalte in identischer Form kopieren, um ihre eigenen Seiten aufzuwerten („Content Scraping“) oder sich jedenfalls den Aufwand zu sparen, der mit der Erstellung der Inhalte verbunden wäre.

Interner Duplicate Content

Interner Duplicate Content entsteht auf Seiten mit großen Inhaltsmengen relativ leicht – etwa durch

  • Identische oder sehr ähnliche Produktbeschreibungen,
  • Übersichtsseiten für Filter oder Schlagwörter, Archive und Kategorien sowie
  • Suchergebnisseiten.

100% „Unique Content“ – also einzigartigen Inhalt – werden Sie in der Regel nicht erreichen, weil es immer geringe Übereinstimmung auf den Seiten Ihrer Website geben wird – und sei es nur im Bereich der Navigation oder den Kerninformationen über Ihr Unternehmen. Das ist aber für die Suchmaschinen auch kein Problem.

Weitgehend identische Seiten sollten allerdings vermieden werden. Für die Indizierung durch Suchmaschinen kann es hilfreich sein, Übersichtsseiten und Suchergebnisse per „noindex“-Metatag im HTML-Code so zu markieren, dass sie von den Bots nicht indiziert werden.

Es gibt darüber hinaus auch noch ein paar Gründe für internen Duplicate Content, die eher in technischen Rahmenbedingungen zu suchen sind – und auch leicht technisch gelöst werden können:

  • Webseite ist mit und ohne „www“ in der URL erreichbar,
  • Webseite ist per „http“ und per „https“ erreichbar,
  • URL-Parameter und Session-IDs oder
  • eigene Webseite für mobile Endgeräte mit identischem Inhalt.

Für die technischen Probleme lassen sich relativ leicht Lösungen umsetzen: Ihre Website sollte (auch aus anderen Gründen) immer nur per „https“ aufgerufen werden können, ob mit oder „www“ in der URL muss einmal entschieden und dann per Weiterleitungen fest eingerichtet werden. Und für die mobile Website empfiehlt sich entweder ein Relaunch mit responsive Webdesign – oder in einem technisch etwas weniger aufwändigen Schritt der konsequente Einsatz des canonical-Tags.

Das gleiche gilt für Seiten, die durch URL-Parameter und/oder Session IDs mehrfach auftauchen könnten: Auch sie sollten mit einem „canonical URL“-Tag auf die zu indizierende „Haupt-URL“ verweisen.

Meta-Daten

Aus den sogenannten „Meta-Tags“ des HTML-Codes beziehen die Suchmaschinen wesentliche Informationen über die indizierte Seite; wichtig sind dort zunächst vor allem zwei Elemente, deren Inhalte auf den Suchmaschinenergebnisseiten (Search Engine Result Pages, SERP) im sogenannten „Snippet“ angezeigt werden:

  • title: Hier verbirgt sich der Titel der Website, wie er im Suchergebnis angezeigt wird. Er wird von den Suchmaschinen indiziert und muss nicht mit der auf der Website angezeigten Haupt-Überschrift (korrekterweise im <h1>-Tag) übereinstimmen.
  • description: Die Beschreibung der Seite fasst idealerweise präzise zusammen, was die Nutzer:innen auf der Website erwarten können – oder bringt sie jedenfalls dazu, auf das entsprechende Suchergebnis zu klicken. Sie spielt für die Indizierung durch Google keine Rolle.

Die entscheidende Bedeutung dieser beiden Meta-Tags liegt darin, dass sie mit darüber bestimmen, ob die Nutzer:innen auf das entsprechende Suchergebnis klicken oder nicht – und ihr Verhalten hat dann wieder Einfluss auf das Ranking der Seite, also ihre Position in den Suchergebnissen. Auf die Formulierungen in diesen beiden Elementen sollten Sie also besonders viel Sorgfalt verwenden. Sowohl der Meta-Titel als auch die Meta-Beschreibung sollten jeweils eine bestimmte Zeichenlänge (70 bzw. 160 Zeichen) keinesfalls überschreiten.

Wie Sie Ihre SERP-Snippets optimieren können, haben wir in einem eigenen Artikel ausführlich beschrieben:

Wir zeigen, wie’s geht! Wie schreibe ich ein gutes Snippet?

Neben den Meta-Tags für Suchmaschinen gibt es außerdem noch die sogenannten Open Graph-Tags, die Informationen für Social Media-Plattformen bereitstellen. Diese Tags haben sich als plattformübergreifender Standard etabliert und werden von Facebook, LinkedIn, WhatsApp, Slack und vielen anderen Diensten genutzt, um Vorschaubilder und -texte bei geteilten Links anzuzeigen.
Open Graph-Tags sind heute unverzichtbar, weil sie maßgeblich darüber entscheiden, wie Ihre Inhalte in sozialen Netzwerken präsentiert werden und damit, ob Nutzer:innen auf den Link klicken oder nicht. Sie können damit gezielt steuern:

  • Zusätzliche Metadaten: Veröffentlichungsdatum, Kategorie, geschätzte Lesedauer etc.
  • Titel und Beschreibung: Oft anders formuliert als die Meta-Tags für Suchmaschinen, um in Social Media mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen
  • Vorschaubild (og:image): Das bei Verlinkungen dargestellte Bild – idealerweise optimiert für die jeweiligen Plattformen (empfohlen: 1200×630 Pixel)
  • Inhaltstyp: Artikel, Video, Produkt etc.
  • Autor:innen-Informationen: Name und Social-Media-Profile der Verfasser:innen

Strukturierte Daten

Mit „strukturierten Daten“ werden Informationen beschrieben, die nach fest vorgegebenen Schemata eine konkrete, maschinenlesbare Beschreibung des Inhalts einer Seite (oder von Teilen davon) enthalten.

Der Suchmaschinenalgorithmus erkennt zum Beispiel die Postanschrift Ihres Unternehmens nicht automatisch – auch wenn er inzwischen wahrscheinlich gut erraten kann, was genau die Adresse ist. Wenn Sie ihm die Anschrift jedoch präzise strukturiert vorlegen, kann er sie auch korrekt wiedergeben – und zum Beispiel den Nutzer:innen auch gleich für Karten- und Navigationsdienste anbieten.

Der plattformübergreifend am weitesten verbreitete Standard für strukturierte Daten stammt von der Initiative schema.org. Das „Vokabular“ dieses Standards kann in verschiedener Art und Weise technisch eingebunden werden, zum Beispiel über Microdata, JSON-LD und RDFa.

Strukturierte Daten lassen sich zuallererst dafür verwenden, einzelne Seiten oder Seitenelemente als eine bestimmte Textform zu kennzeichnen: So erkennt die Suchmaschine sofort, ob es sich um einen Blog- oder Zeitungsartikel, ein Kochrezept oder eine Produktbeschreibung handelt. Darüber hinaus können so z.B. Bewertungen von Kund:innen markiert, Videos und Adressen genauer beschrieben werden.

Google hat auch ausführliche Anleitungen dazu bereitgestellt, wie strukturierte Daten funktionieren und in eine Website integriert werden können.

Gut mit strukturierten Daten erläuterte Seiten können von Google bevorzugt werden, wenn sie inhaltlich wie technisch korrekt implementiert wurden – insbesondere dürfen sie auf keinen Fall Inhalte oder Inhaltsformen vortäuschen, die dann für die Nutzer nicht zu finden sind.

Strukturierte Daten können sich auch sichtbar in den verschiedenen Formen der SERP-Ergebnisse niederschlagen; Google gibt bei entsprechenden Auszeichnungen zum Teil sogenannte „Rich Snippets“ aus, also Suchergebnisse, die mit weiteren Informationen wie dem Namen des Autors oder aggregierten Kundenbewertungen versehen sind. Das könnte dann z.B. so aussehen:

Für Internationales: Domainstrategie

Für Unternehmen, die in verschiedenen Ländern aktiv sind, kann es sinnvoll sein, für jedes dieser Länder eine eigene Webpräsenz mit entsprechender Länderdomain anzulegen (also z.B. für die deutsche Präsenz mit .de-Top Level Domain, für Großbritannien mit .co.uk etc.). Sinnvollerweise können diese Seiten dann auch in der bzw. den jeweiligen Landessprache(n) publiziert werden.

Dies sollte aber im Rahmen einer übergreifenden, international ausgerichteten SEO-Strategie geschehen, die verschiedene Faktoren mit berücksichtigt. Inhalte, die im Kern identisch, aber in verschiedenen Sprachen verfügbar sind, sollten über geeignete Kennzeichnungen – in der Regel das hreflang-Tag – miteinander verknüpft werden. Die Content-Strategie sollte überflüssige Mehrarbeit ebenso vermeiden wie Duplicate Content. Und all diesen Überlegungen sollte zudem eine wohl überlegte internationale Domainstrategie zugrunde liegen.

Offpage-Optimierung

Mit “Offpage-SEO” sind alle SEO-Maßnahmen gemeint, die nicht auf der eigenen Website stattfinden – also auf anderen Websites, aber auch in Sozialen Netzwerken und anderswo.

Linkbuilding

Linkbuilding” gehörte zu den frühesten SEO-Maßnahmen überhaupt und spielte eine große Rolle, als die Suchmaschinen einer Seite vor allem dann Qualität zusprachen, wenn sie von vielen anderen Seiten verlinkt wurde. In den Wildwest-Zeiten des Linkbuilding versuchte man deshalb noch, wahllos Links zur eigenen Seite ohne Kontext auf irgendwelchen Websites zu platzieren.

Heute würden solche Praktiken eher abgestraft, Google zum Beispiel legt auch bei den Links wesentlich größeren Wert auf Qualität denn auf Quantität. Auch eine schnelle, wahllose Zunahme von externen Links würde der Algorithmus womöglich skeptisch beäugen – für die Suchmaschinen sollen Links erarbeitet werden, nicht erkauft.

Links von manchen Seiten, die als problematisch oder als “Linkschleudern” gelten, können für das eigene Ranking sogar schädlich sein; es besteht dann im Einzelfall die Möglichkeit, diese von Google ignorieren zu lassen. Hier kann eine Expertin oder ein Experte sinnvolle Einschätzungen abgeben und ggf. weiterhelfen.

Markennennungen

Aktuelle Suchmaschinen gehen inzwischen weit über die reine Bewertung von Links hinaus. Gerade was Personennamen und Markenbezeichnungen angeht, spielen auch andere Faktoren noch eine Rolle. So können Beiträge auf anderen Seiten durchaus für die generelle Bedeutung eines Markennamens eine Rolle spielen, etwa Zeitungsberichte, und das selbst dann, wenn der jeweilige Name (oder gar der ganze Artikel) nicht mit einem Link zu Ihrer Website versehen ist.

Daraus folgt aber natürlich auch, dass sich die Reputation des eigenen Namens und der eigenen Website auch gezielt durch (Gast-)Beiträge auf anderen Websites (Zeitschriften, Blogs, Podcasts) steigern lässt. Links schaden dann selbstverständlich nicht, ganz im Gegenteil; die Reputation und Vertrauenswürdigkeit der Websites, auf denen publiziert wird, spielt hingegen eine große Rolle

Social Signals

Auch an den Suchmaschinen sind Soziale Netzwerke nicht vorbeigegangen. Auch wenn sich diese zum Teil notorisch schlecht indizieren lassen (Facebook z.B. taucht in Google-Ergebnissen nur sporadisch auf, und stark visuell orientierte Plattformen wie Instagram, Pinterest oder TikTok bringen eigene Probleme mit sich), so fließen häufige Nennungen von Markennamen, Links, die auf den Plattformen zu Ihrer Website gepostet werden, sowie Likes, Reposts und andere Reaktionen anscheinend doch in die Bewertung der Algorithmen mit ein.

Die tatsächliche Bedeutung der Social Signals für SEO ist jedoch unklar und sollte nicht überbewertet werden; sie können aber natürlich auf Ihre Weise wichtige Traffic-Quellen für Ihre Website sein.

Fazit

Wie diese – wie gesagt bewusst unvollständige – Übersicht zeigt, gibt es viele unterschiedliche Aspekte, die für das Ranking Ihrer Website bei Suchmaschinen eine Rolle spielen. SEO ist keine Aufgabe, die sich mit wenigen Klicks abhaken lässt, sondern eben das ganzheitliche Zusammenspiel zahlreicher Einzelmaßnahmen.

Beim kompletten Relaunch einer Website ist es deshalb von großer Bedeutung, SEO von Grund auf und in allen wichtigen Fragen mitzudenken – und die Gestaltung und den Aufbau der Website danach auszurichten (“SEO by design”).

Nicht alle Aspekte sind für jede Website von gleich großer Bedeutung; in bestimmten Fällen können sogar in einzelnen Bereichen ganz andere Regeln gelten. Es empfiehlt sich deshalb immer, SEO-Expert:innen hinzuzuziehen, die schon bei einer ersten Analyse wichtige Gebiete und Themen identifizieren können.

Bei allen erforderlichen Maßnahmen gilt natürlich, wie stets: Analysieren, priorisieren, planen, umsetzen – und anschließend nicht vergessen, auch zu messen, ob der erwünschte Erfolg sich auch eingestellt hat. Denn SEO ist ja nicht mit einem Arbeitsgang erledigt, sondern muss kontinuierlich mitgedacht und verbessert, auch immer wieder neu angegangen werden. Dafür sorgen allein schon die regelmäßigen Google Updates.

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