Content besser machen: die Bedeutung von WDF*IDF

Die WDF*IDF-Analyse ist ein Werkzeug, mit dem sich die Erstellung von relevantem und einzigartigem Content unterstützen lässt.

Wir klären, was mit WDF*IDF möglich ist, wie Sie die WDF*IDF-Analyse für sich nutzen können und was sie sowohl für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) als auch für die Content-Erstellung bedeutet.

Inhaltsverzeichnis

WDF*IDF: Was ist das?

Die WDF*IDF-Analyse ist eine gängige SEO-Methode für die OnPage-Optimierung. Mit der sog. WDF*IDF-Formel lässt sich bestimmen, wie relevant die Inhalte auf Ihrer Website im Verhältnis zu den Inhalten anderer Websites sind, die mit denselben Keywords ranken.

In diese Formel fließen zwei Faktoren ein:

  • WDF ist die Abkürzung für Within Document Frequency und berechnet die Häufigkeit eines Keywords im Verhältnis zu allen anderen Wörtern innerhalb Ihres Textes. Die Werte werden, anders als bei der Keyword-Density, logarithmiert. So soll verhindert werden, dass das zentrale Keyword die Ergebnisse verzerrt, falls es besonders häufig im Text vorkommt. WDF ist also etwas komplexer als die reine Keyworddichte.
  • Mit IDF wird die Inverse Document Frequency bezeichnet. Sie setzt die Häufigkeit eines Keywords innerhalb des untersuchten Dokuments ins Verhältnis dazu, wie häufig genau dieses Keyword in anderen bekannten Dokumenten vorkommt. Dafür werden aus einer großen Datenbank von Dokumenten (dem “Dokumentenkorpus”) jene Dokumente herangezogen, die ebenfalls für das zentrale Keyword ranken.

Berechnung von WDF*IDF

Für die WDF*IDF Formel werden die beiden Werte miteinander multipliziert – man erhält so einen Wert, der die Häufigkeit eines Keywords innerhalb eines bestimmten Textdokuments mit der Häufigkeit des gleichen Keywords in anderen relevanten Dokumenten verknüpft.

Die Formel sieht wie folgt aus:

W(i,j) = WDF(i,j) * IDF(i)

Die einzelnen Faktoren sind:

  • W(i,j) = Gewichtung des Keywords (i) innerhalb eines Textdokuments (j)
  • WDF(i,j) = Relative Häufigkeit des Keywords (i) innerhalb des Textdokuments (j)
  • IDF(i) = Häufigkeit des Keywords (i) in anderen relevanten Dokumenten

Für jedes einzelne Keyword ergibt so WDF multipliziert mit IDF die Relevanz dieses Keywords in Ihrem Dokument im Vergleich zu anderen Websites, die zu demselben zentralen Keyword ranken. Je größer der analysierte Dokumentenkorpus ist, umso verlässlicher sind die Ergebnisse.

Die händische Berechnung der WDF*IDF-Werte für jedes einzelne Keyword wäre mit enormem Zeitaufwand verbunden und ist daher schwer realisierbar. Zwar ist die Hauptformel WDF*IDF nicht besonders kompliziert, die Formeln der beiden einzelnen Faktoren – also WDF und IDF – sind jedoch etwas komplexer.

Wir wollen an dieser Stelle die exakte Berechnung nicht ausführlich erläutern, der Tool-Anbieter Seobility hat sie jedoch sehr griffig erklärt.

Für ein repräsentatives Ergebnis ist es wichtig, in der WDF*IDF-Analyse jedes relevante Keyword im Text zu prüfen. Im besten Fall wurden vorab bereits alle relevanten Keywords mithilfe einer Keyword-Analyse ermittelt, das erleichtert die Arbeit.

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Tools übernehmen die Schwerstarbeit

Es gibt glücklicherweise zahlreiche Tools, die Ihnen nicht nur die Arbeit abnehmen, sondern zugleich auch Datenbanken voll relevanter Dokumente vorhalten. Mit SEO-Tools wie SISTRIX, RYTE, XOVI, Seobility, Semrush und weiteren lassen sich WDF*IDF-Analysen durchführen.

Je nach Toolanbieter gibt es möglicherweise leichte Abweichungen, da sich die Größe der Datenbasis (also insbesondere die Größe des Dokumentenkorpus’) unterscheidet, die für die Berechnung herangezogen wird. Die gängigen WDF*IDF-Tools analysieren die ersten zehn bis zwanzig Ergebnisse zu Ihrem Hauptkeyword in der Google Suche und berücksichtigen dann die relevanten semantischen Keywords für jedes dieser Ergebnisse.

Wie kann ich die WDF*IDF-Analyse nutzen?

Die WDF*IDF-Analyse ist nicht dafür gedacht, die Planung und Erstellung eines Textes zu begleiten; hier sollten Sie sich primär an menschlichen Bedürfnissen und Lesegewohnheiten ausrichten sowie die Suchintention Ihrer Nutzer:innen im Blick haben.

Sehr gut geeignet ist die Analyse allerdings zur finalen Optimierung Ihrer Texte. WDF*IDF zeigt Ihnen, welche relevanten Keywords in Ihrem Text noch fehlen oder noch unzureichend vorkommen. So können Sie Ihre Texte entsprechend anpassen und optimieren.

Vergessen Sie aber nicht: WDF*IDF liefert Werte nur auf Basis eines Algorithmus’ und kann menschliche Entscheidungen nicht ersetzen.

Nicht immer passen alle Keyword-Vorschläge auch zum Text. Vielleicht haben Sie eine bestimmte inhaltliche Orientierung gewählt, die manche Begriffe ausschließt? Vielleicht passen die laut WDF*IDF fehlenden Ausdrücke gar nicht zu Ihrem Thema? Hier gilt es gezielt abzuwägen, welche Begriffe tatsächlich zur Optimierung des Textes beitragen und ihn sinnvoll abrunden. 

WDF*IDF zeigt darüber hinaus nicht nur fehlende Begriffe an, sondern auch jene, die zu häufig vorkommen. Häufen sich bestimmte Schlüsselwörter übermäßig, kann das dazu führen, dass Google Ihre Texte als Spam einstuft. 

Wie sehen WDF*IDF-Ergebnisse in der Praxis aus?

Hier ein Beispiel aus dem WDF*IDF-Tool wdfidf-tool.com.

Quelle: https://www.wdfidf-tool.com/

Auf der x-Achse finden wir die verschiedenen semantischen Keywords, die neben dem Fokus-Keyword besonders relevant sind, auf der y-Achse die zugehörigen Häufigkeiten. Die verschiedenen bunten Kurven repräsentieren die für die Analyse herangezogenen Webpages, die hellblaue Hinterlegung der einzelnen Positionen jeweils das Maximum-Vorkommen im Dokumentenkorpus.

Dieser Wettbewerber-Vergleich gibt bereits einen guten Überblick darüber, welche Keywords typischerweise vorkommen, macht aber bei diesem Beispiel auch deutlich, dass zahlreiche Keywords überhaupt nur auf einzelnen Seiten in nennenswerter Zahl vorhanden sind. 

Natürlich lässt sich auch die Performance Ihres eigenen Dokuments, so es online verfügbar ist, über ein solches Tool mit den Wettbewerbern vergleichen:

Quelle: https://freetools.seobility.net/de/wdf-idf-tool/

Obwohl hier das gleiche Keyword eingegeben wurde, zeigt die x-Achse andere semantische Begriffe (also relevante Nebenkeywords) an – ein Zeichen dafür, dass die Tools nicht immer auf die gleiche Datenbasis zurückgreifen oder diese unterschiedlich bewerten. Auf der y-Achse gibt es wieder die zugehörigen Häufigkeiten, diesmal mit Durchschnitts- und Maximalwerten (blau bzw. rot). Die gelbe Kurve zeigt die Häufigkeit der jeweiligen Begriffe in Ihrem eigenen Dokument an. 

Geht diese Kurve über den roten Bereich hinaus, könnte es sinnvoll sein, die Verwendung dieses Begriffs zu reduzieren. An einigen Punkten in unserem Beispiel sehen wir auch, dass die Kurve die x-Achse schneidet – also y gleich 0 ist. Diese Keywords fehlen in unserem Dokument noch komplett und sollten, wenn passend zum Text und der inhaltlichen Orientierung, ergänzt werden.

Schon aus dieser Grafik wird schnell erkennbar, welche Begriffe perfekt im Text eingebaut sind, welche eher zu selten vorkommen oder noch gänzlich fehlen. 

Richtig angewandt (am besten in Kombination mit weiteren Content Marketing-Tools), hilft Ihnen die WDF*IDF-Analyse, Ihren Leser:innen einen herausragenden Text mit Mehrwert zu liefern. Einen Text, der keine Fragen offen lässt und sich von den Texten Ihrer Mitbewerber:innen abhebt.

Welche Bedeutung hat WDF*IDF für SEO?

Eine präzise WDF*IDF-Analyse bietet die Möglichkeit, Ihre Inhalte mit noch fehlenden relevanten Begriffen zu optimieren. Sie zeigt zudem Themenfelder mit noch geringem Wettbewerb auf, die Sie für Ihre Content-Erstellung nutzen können, um so Ihre Konkurrenz zu übertreffen.

Bis vor einigen Jahren herrschte oft noch die Meinung vor, es reiche aus, Texte mit möglichst vielen passenden Keywords zu füllen. Heute sind die Algorithmen der Suchmaschinen bei der Bewertung von relevanten Inhalten glücklicherweise deutlich anspruchsvoller geworden. 

WDF*IDF-Analysen zielen meist darauf ab, höhere Positionen in der Google-Suche zu erreichen. Die reine Keyword-Dichte (keyword density) ist allerdings kein Ranking-Indikator mehr – wichtiger ist es, einzigartige und umfassende Inhalte bereitzustellen (was Google zum Beispiel durch eine große Bandbreite an Begrifflichkeiten und Synonymen erkennen will).

Suchmaschinen besitzen heutzutage auch ein gewisses Verständnis für die semantischen Zusammenhänge von Begriffen – es genügt also nicht mehr, ständig ein und dasselbe Keyword zu wiederholen. Das macht die Erstellung relevanter Inhalte schwieriger und zeitaufwendiger, aber die Arbeit lohnt sich.

Wie bereits weiter oben im Text angeführt, lässt sich auch “versehentlicher” Keyword-Spam (also die zu häufige Verwendung bestimmter Keywords) mit WDF*IDF vermeiden – und wenn es etwas gibt, was Sie für Ihre Website auf keinen Fall möchten, dann ist es, dass Google Sie als Spam einstuft.

Welche Bedeutung hat WDF*IDF für die Content-Erstellung?

Die WDF*IDF-Analyse ist ein hervorragender Ansatz, um Texte jeder Art (ab einer gewissen Mindestlänge) zu optimieren.

Sie deckt relevante Begrifflichkeiten und Synonyme auf, auf die Sie neben Ihrem Fokuskeyword womöglich noch nicht gekommen sind. So vermeiden Sie es, dass wichtige Aspekte Ihres Themas vergessen werden – und die Chance steigt, dass Sie auch die tatsächliche Suchintention der Nutzer*innen treffen. 

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Allerdings sollten Sie nicht vergessen, dass die WDF*IDF-Analyse allein nicht der Schlüssel zu erfolgreichem Content ist.

Denken Sie immer daran, dass Sie Ihre Texte vor allem für Leser:innen schreiben. Deshalb sollten sie gut lesbar sein. 

Je länger die Texte werden, umso wichtiger ist es, die Texte gut zu strukturieren und dies durch geeignete Zwischenüberschriften auch zu kennzeichnen. Machen Sie Ihre Gedankenschritte durch entsprechende Abschnitte sichtbar! Auflistungen oder Tabellen sorgen für mehr Übersichtlichkeit und Spaß am Lesen, wenn die Informationen sich logisch sinnvoll als Liste oder in einer Gegenüberstellung darstellen lassen. Mit vereinzelt fett– oder kursiv gedruckten Wörtern und Sätzen, bekommen die Leser:innen rasch einen Überblick über die wichtigsten Aspekte im Text.

Das ist jedoch nicht nur visuelle Hilfestellung für die Leser:innen: Auch die Algorithmen der Suchmaschinen achten darauf, wie die Information aufbereitet ist und geben z.B. Keywords in Zwischenüberschriften andere Wertigkeit als im reinen Fließtext.

Um Ihren Content noch ansprechender und vielfältiger zu gestalten, sollten Sie auch die Nutzung von themenrelevanten Bildern, Grafiken, Videos und Audiodateien erwägen.

Und schließlich ist eins von fundamentaler Bedeutung: Die Korrektheit Ihrer Inhalte. Die Inhalte, die Sie vermitteln, sollten entweder auf eigenem Expertenwissen oder gut recherchierten und vertrauenswürdigen Quellen beruhen – damit auch Ihr Text als vertrauenswürdige Quelle gelten kann.

Schwachpunkte und Grenzen der WDF*IDF-Analyse

Auch wenn WDF*IDF sehr innovativ für die Content-Optimierung ist, hat diese Methode auch ihre Grenzen.

So ergibt die Analyse erst ab einer gewissen Wörterzahl überhaupt Sinn. Bei zu knappen Texten ist schlichtweg die Datenbasis zu gering, um repräsentative Ergebnisse zu liefern.

Daher eignet sich die WDF*IDF-Analyse auch nicht unbedingt für jede Unterseite einer Website. Onlineshops arbeiten zum Beispiel mit Produktbeschreibungen, also tendenziell eher kurzen, oft auch stichpunktartigen Inhalten. In solchen Fällen wäre die Analyse nicht vielversprechend.

Ein weiterer Schwachpunkt der WDF*IDF Formel ist, dass der Text nur als Ganzes gesehen wird. Das heißt es findet keine Differenzierung zwischen den Überschriften oder einzelnen Absätzen statt. Die Analyse liefert also keine Erkenntnisse darüber, ob und welche Textpassagen möglicherweise zu optimieren sind. 

Zu guter Letzt sollten Sie bedenken, dass sich die SERPs (Search Engine Result Pages, auf deutsch Suchergebnisseiten) sehr oft ändern, vor allem natürlich, weil auch Ihre Konkurrenz nicht schläft und beharrlich an der Optimierung ihrer Websites arbeitet.

Daher kann es sinnvoll sein, Texte erneut einer WDF*IDF-Analyse zu unterziehen – vor allem dann, wenn Sie feststellen, dass ihr Ranking deutlich abgesunken ist. 

Fazit

Die WDF*IDF-Analyse ist ein ideales Werkzeug für die Erstellung von relevanten, einzigartigen und zielgruppenorientierten Inhalten. Die sehr präzisen Optimierungsvorgaben machen eine Steigerung Ihres Google-Rankings möglich. 

Behalten Sie dabei im Hinterkopf, dass WDF*IDF nur ein Aspekt der OnPage-Optimierung ist – für eine umfangreiche Optimierung braucht es weitere Analysen und eine ganzheitliche SEO-Strategie.

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