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29. April 2019

TYPO3 v10 – Alle Infos zur neuen Version

Im Oktober letzten Jahres erblickte die TYPO3 Version 9 LTS (Long Term Support) das Licht der Welt. Lange blieb unklar, wann man sich über die nächste Version des CMS würde freuen können. Im Juli 2019 hatte das Warten ein Ende – TYPO3 veröffentlichte die ersten Infos und Termine zur neuen Version. Die Entwicklung von Version 10 des CMS fokussiert sich auf die Stärkung der Core API, schnellere Veröffentlichungszeiten durch Fluid Templates und die Zusammenarbeit mit Initiativen. Hier gibt’s alle Infos rund um die neue Version 10.1 und ihre Vorgänger.

Version 10.1

Seit dem 1. Oktober 2019 ist die Version 10.1 von TYPO3 verfügbar. Auch wenn die Änderungen im Backend nicht unmittelbar sichtbar sind, bringt der neue Sprint-Release doch eine Reihe Verbesserungen mit sich. Ein kurzer Überblick über die wichtigsten Neuerungen im CMS.

Voreingestellte Seitenkonfiguration

Um eine TYPO3-Seite von null an aufzusetzen, sind diverse Schritte auf Nutzerseite nötig. Version 10.1 vereinfacht diesen Prozess nun: Wird auf Root-Level-Ebene eine Seite erstellt, konfiguriert TYPO3 diese direkt per Standard. Das spart Zeit beim Projektstart und erleichtert neuen TYPO3-Nutzern den Einstieg.

Aufspüren problematischer Redirects

Das Backend-Modul für Redirects, bekannt aus Version 9, hilft Seitenadministratoren beim Hinzufügen und Konfigurieren von Redirects. Eine tolle Sache. Hin und wieder passiert es jedoch, dass ein Redirect genauso heißt wie eine Seiten-URL. Um das zu vermeiden, gibt es bei Version 10.1 nun einen Kommandozeilen-Befehl, der eine Liste solcher Konflikte ausgibt (sofern diese vorhanden sind).

Ein Kommandozeilen-Befehl zeigt in Version 10.1 die problematischen Redirects auf.
Ein Kommandozeilen-Befehl zeigt in Version 10.1 die
problematischen Redirects auf. Quelle: TYPO3

Automatische Redirects bei Slug-Änderung

URL-Pfade zu ändern, geht bei TYPO3 schnell. Das Problem ist nur: Oft erreichen Nutzer die Seiten dann unter ihrem alten Pfad nicht mehr. Version 10.1 vermeidet das und aktualisiert automatisch die relevanten Slugs für alle Unterseiten. Zusätzlich werden Redirects von der alten zur neuen URL gesetzt. Backend-Nutzer werden vom CMS darüber informiert und haben die Möglichkeit, die Änderungen jederzeit zu widerrufen.

Voreinstellung für Cache-Speicherung

Normalerweise nutzt TYPO3 die Datenbank als Speicher für das Caching. Laut TYPO3 zeigen verschiedene Tests jedoch, dass dies nicht immer die beste Einstellung ist. Vor allem, wenn es um die Performance geht. Abhängig von Systemumgebung und Hosting ist ein Cache schneller, wenn er im Dateisystem gespeichert ist. Bei Version 10.1 wählen Integratoren und Administratoren nun selbst den Ort aus, an dem die Caches gespeichert werden sollen.

Cache-Voreinstellungen in Version 10.1
Über die Cache-Voreinstellungen wählen Nutzer aus, ob Caches in der Datenbank oder im Dateisystem gespeichert werden sollen. Quelle: TYPO3

Standardeinstellungen für Dateien-Upload

Der bisherige Datei-Upload funktionierte so: Luden Backend-Nutzer eine Datei hoch, die bereits existiert, zeigte das CMS die Aktion „Datei überspringen“ an. Von jetzt an besteht hier mehr Flexibilität. Bei Version 10.1 lässt es das CMS zu, Dateien zu ersetzen, umzubenennen oder den Upload generell abzubrechen.

Datei-Upload in TYPO3 mit Handlungsoption "Überschreiben"
Beim Upload lassen sich Dateien nun auch ersetzen oder umbenennen. Quelle: TYPO3

Klickbare Benachrichtigungen im Backend

Nutzer über Prozesse, Warnungen oder Fehler zu informieren, gehört zum User Interface von TYPO3. Buttons in die Benachrichtigungen einzubinden, war bisher jedoch nicht möglich. Auch das hat sich mit Version 10.1 geändert. Entwickler haben nun die Möglichkeit, über die Pop-Ups Nutzeraktionen einzubetten. Da die Benachrichtigungen jedoch nach kurzer Zeit automatisch verschwinden, ist vorher zu prüfen, wie Backend-Nutzer mit diesen interagieren sollen.

Benachrichtigungsfenster in TYPO3 mit "Show Settings"-Button zum Interagieren.
Benachrichtigungen gibt es bei Version 10.1 jetzt auch mit Buttons zum Interagieren. Quelle: TYPO3

Version 10.2 ist laut der TYPO3-Roadmap für den 3. Dezember 2019 geplant. Alle Änderungen rund um die Version 10 sammeln wir hier.

Version 10.0

Initiativen als Treiber für Innovation

Letztes Jahr hat TYPO3 sog. Initiativen gestartet. Diese bewerten, diskutieren und entwickeln neue Konzepte außerhalb der fixen TYPO3 Roadmap. Die Ideen sind dabei vielfältig. Es gibt Initiativen, die ein Dashboard für TYPO3 entwickeln, um die Arbeit von Editoren zu erleichtern. Andere arbeiten an neuen Möglichkeiten, um Daten in TYPO3 mit GraphQL zu speichern und abzurufen. TYPO3 profitiert enorm von den Erkenntnissen aus den Initiativen, die ein enormes Potenzial für die Weiterentwicklung des Content-Management-Systems bieten. Deshalb möchten sie bei Version 10 verstärkt mit den Initiativen zusammenarbeiten.

Schnellere Veröffentlichungszeit

Das Site Handling in Version 9 machte es enorm einfach, neue Projekte und Websites innerhalb einer einzigen TYPO3-Installation aufzusetzen. Nun wittert TYPO3 die nächste Chance: Das Rendern einer ganzen Seite als Fluid Template. Fluid ist eine Template-Engine, die Template-Dateien liest, verarbeitet und bestimmte Variablen oder spezifische Tags mit dynamischem Content ersetzt. Die Einbindung dieser Funktionalität in den TYPO3 Kern eröffnet neue Wege, wiederverwendbare Seiten-Templates zu erstellen. Auch Teile von TYPO3, die noch auf Marker-basierten Templates laufen, werden durch die neuen Fluid Templates ersetzt.

Kern API wird gestärkt

Ein Schwerpunkt der neuen Version wird es sein, die TYPO3 Core API weiter zu stärken. So steht in puncto Schnittstellen vor allem eine verbesserte Extbase Plugin API und eine neue Authentifizierungs-API auf der Agenda. Zudem soll es einen einheitlichen Weg für die Dependency Injection geben, die bei der Verwaltung von Abhängigkeiten zwischen Objekten unterstützt. Das Ziel der Injection ist es, Objekte zu entkoppeln und sie dadurch flexibler und erweiterbar zu machen. Zu guter Letzt soll es ein neues Hook System respektive „Event Dispatcher“ geben. Ein Hook unterbricht an einer definierten Stelle den Programmablauf und ermöglicht es, eigenen PHP-Quellcode einzubinden. So hat man als Entwickler bspw. die Möglichkeit, eine Extension an vorgegebenen Stellen nach Bedarf zu erweitern.

LTS Version für April 2020 angekündigt

Die Veröffentlichung der Version 10.4 LTS ist für April 2020 geplant. Wie immer lohnt es sich, für ein Upgrade auf die LTS Version zu warten, um das eigene System nicht mehrfach hintereinander aktualisieren zu müssen. Wer jedoch schon vorher einmal in die neue Version reinschauen will, muss nicht mehr lange warten. Als Veröffentlichungsdatum für Version 10.0 Version wurde der 23. Juli 2019 angesetzt. Danach werden alle 8-12 Wochen die üblichen Sprint Releases veröffentlicht. Eine Übersicht über alle kommenden Release-Termine gibt es auf der offiziellen Website von TYPO3.

Schon jetzt können Anwender ihre CMS-Systeme auf die Version 10 vorbereiten. Bei wem das CMS mit MySQL läuft, sollte auf MySQL 5.7 und höhere Versionen aktualisieren oder zu MariaDB migrieren. Zusätzlich sollten die aktuellsten Versionen der Web Clients verwendet werden, um Content zu verwalten. Es wird außerdem empfohlen, vor einem Update die allgemeinen Systemanforderungen zu checken, die für den Betrieb von TYPO3 v10 nötig sind.

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