TYPO3 vs. WordPress: der große CMS-Vergleich

Wir vergleichen zwei der wichtigsten Open-Source-CMS für den Mittelstand – welches ist für Ihre Zwecke das richtige?

Die Auswahl des geeigneten Content Management Systems (CMS) ist von größter Bedeutung, wenn es um die Umsetzung einer Website geht. Besonders in mittelständischen Unternehmen, die sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen für die Wahl eines CMS mitbringen, ist eine sorgfältige Auswahl unumgänglich.

Dabei ist es egal, ob ein Relaunch ansteht, eine ganz neue Unternehmenspräsenz geplant oder ein Portal für Kund:innen aufgesetzt werden soll – die Auswahl an Systemen ist groß.  Um einen Überblick zu bekommen, lohnt es sich, vor allem die verbreiteten CMS-Systeme näher zu betrachten. 

Nach erster Recherche stoßen dabei die meisten unausweichlich auf TYPO3 oder WordPress. In Deutschland sind diese beiden Open Source-Lösungen weit verbreitet, und viele Agenturen sind in der Lage, Websites auf Basis der Content Management Systeme umzusetzen.

Obwohl die beiden CMS auf ganz unterschiedlichen Konzepten basieren, sind Ihre Unterschiede für Lai:innen auf den ersten Blick nicht ohne weiteres erkennbar. 

Wir wollen deshalb die beiden Systeme vergleichen und dabei Kriterien einsetzen, die Ihnen bei der Entscheidung für das eine oder das andere CMS helfen können.

Entscheidungshilfe Neun Auswahlkriterien für das richtige CMS

TYPO3 und WordPress: CMS-Systeme mit verschiedenen Konzepten

CMS ist nicht gleich CMS. Um die beiden Open-Source-Lösungen vergleichen zu können, muss man vor allem eines verstehen: Die Systeme verfolgen unterschiedliche Konzepte.

WordPress: Ein Blogsystem wird groß

WordPress wurde ursprünglich als Blogsystem geplant. Das bedeutet: Es sollte ohne großen Aufwand eingerichtet werden können und dann einen Rahmen bieten, in dem neue Beiträge – Texte, Bilder, Videos – leicht und schnell publiziert werden können. So wird WordPress auch heute vielfach noch genutzt.

Gleichwohl hat WordPress sich seit 2003 zu einem vollwertigen CMS entwickelt. Vielen Websites, die mit dem System erstellt worden sind, merkt man den “Blogcharakter” von WordPress nicht mehr an. Dazu hat auch beigetragen, dass das System inzwischen mit einer unüberschaubaren Zahl von Plugins erweitert werden kann. Die Bandbreite der Plugins reicht von jenen, die  Ergänzungen für kleine Funktionen bieten bis hin zu kompletten Shopsystemen, die engmaschig in das System integriert werden.

Designwechsel per Knopfdruck?

WordPress bietet die Möglichkeit, über sog. “Themes” das Design zumindest einfacher Websites mit wenigen Klicks komplett umzustellen: Vorgefertigte Seitenlayouts können sehr einfach installiert und aktiviert werden.

Viele der avancierteren Themes (also Designs) für WordPress benötigen in der Regel diverse Plugins, um einwandfrei funktionieren zu können, die oft direkt von den Theme-Anbietern mit angeboten werden – verlässt man sich auf diese Funktionalitäten, kann so eine große Abhängigkeit vom Theme-Anbieter entstehen.

Zugleich lassen sich bestehende Themes, zumal kommerziell angebotene, oft nur schwer anpassen: Je mehr Möglichkeiten sie bieten, desto komplexer sind sie aufgebaut. Die Folge: Man ist sehr stark an die Möglichkeiten des Themes gebunden. Will man diese erweitern oder verändern, leidet ggf. die Möglichkeit, die Updates der Themes in Anspruch zu nehmen. Allerdings erfordern gerade komplexe Websites genau diese individuellen Anpassungen – hier lohnt es sich oft, ein eigenes Theme, ein eigenes Design zu entwickeln, das dann genau an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann.

Flexibilität bringt Ballast

In den vergangenen Jahren sind immer mehr Page-Builder-Plugins entstanden. Sie bieten eine flexible Möglichkeit, den Aufbau einer Website selbst zu bestimmen, indem sie den Nutzer:innen die Möglichkeit anbieten, sich das Design ihrer Website mit Elementen wie aus einem Baukasten zusammenzustellen.

Um diese Flexibilität und alle denkbaren Formen zu ermöglichen, bringen sie aber auch sehr viel Ballast mit: Der Quellcode vieler damit erstellten Seiten wird aufgeblasen, was negative Auswirkungen auf die Performance der Webseite haben kann..

Zusammen mit anderen Faktoren wie dem Hosting, der Optimierung von Bildern auf der Website und der Nutzung von Plugins gilt es auch den eigenen Komfort und die Flexibilität bei der Pflege der Website gegen ihre Geschwindigkeit abzuwägen. Das ist kein unwichtiger Faktor: Eine schnelle Website freut die Nutzer:innen ebenso wie Google und ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Website. 

TYPO3: Ein CMS von Anfang an

TYPO3 ist, anders als WordPress, von Anfang an (also seit 1997) als Content Management System geplant worden, das mit größeren Mengen auch statischer Inhalte umgehen sollte – die Verwaltung zahlreicher Seiten sowie vor allem ihre Strukturierung, Bilder und anderer Medien: All das ist bei TYPO3 fester Bestandteil des Systems.

Da das CMS von Anfang an dafür gedacht war, unterschiedlichste Websites darstellen zu können, macht es den Nutzern nur sehr wenige Vorgaben. Sein Fokus liegt auf unterschiedlichen Inhaltselementen, die auf Seiten und innerhalb der Website miteinander verknüpft werden können.

Templates und Design haargenau angepasst

Für die konkrete Darstellung bedeutet das: Templates (also Gestaltungsvorlagen für das Design einzelner Seiten) können haargenau auf Corporate Identity und Seitendesign angepasst werden, müssen aber eben auch komplett selbst erstellt werden. Es gibt zwar auch vorgefertigte Templates, aber diese einzurichten ist ein vergleichsweise aufwändiger Prozess, der von Entwickler:innen vorgenommen werden muss. 

Vielleicht ebenfalls interessant TYPO3 CMS v11 – Alle Infos zur neuen Version

WordPress und TYPO3 im direkten Vergleich

Wir haben es also bei den beiden CMS-Lösungen mit grundverschiedenen Systemen zu tun; das macht eine Gegenüberstellung nicht immer ganz einfach. Da WordPress zunehmend Verbreitung als CMS auch für den Mittelstand findet, möchten wir dennoch einen Vergleich wagen.

Wir wollen aufzeigen, welche Vor- und Nachteile sich aus der Nutzung von TYPO3 und WordPress für Website-Betreiber ergeben und welche Faktoren bei der Auswahl entscheidend sind. Damit Ihre Website genau das CMS bekommt, das am besten zu ihr passt.

Unsere Vergleichsthemen:

  1. Sicherheit
  2. Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität bei Inhaltspflege
  3. Performance
  4. Kosten
  5. Internationale Ausrichtung
  6. Workflow-Unterstützung
  7. Erweiterbarkeit
  8. Benutzer- und Rechteverwaltung
  9. Zukunftstauglichkeit

Sicherheit als entscheidender Faktor bei der CMS-Wahl

Die Website ist heute mehr als die digitale Visitenkarte eines Unternehmens. Keine Frage, dass man diese nach bestem Wissen und Gewissen vor Fremdeinwirkungen schützen muss.

Hacker-Angriffe verursachen nicht nur Ärger, Verwaltungsaufwand und Kosten, sie gefährden auch das Image des Unternehmens und können als potentielles Einfallstor in die digitale Infrastruktur der ganzen Firma dienen. Sie führen darüber hinaus zu finanziellen Schäden, indem sie Kontaktanfragen oder gar Bestellungen verhindern. Daher ist es wichtig, sich bei der Auswahl eines CMS mit dessen Sicherheit zu befassen.


TYPO3 bietet standardmäßig eine hohe Sicherheit, die bereits in der Basiskonfiguration als integrales Element berücksichtigt wird.

Zum einen verbessert eine große Entwicklergemeinde kontinuierlich die Sicherheit des Systems. Zusätzlich behebt das TYPO3-eigene Security Team aufkommende Sicherheitslücken und untersucht eingereichte Extensions auf Sicherheitslücken.Ein entscheidender Vorteil ist, dass TYPO3 seine Verbreitung im deutschsprachigen Raum und Europa hat. Denn mit rund 500.000 Installationen ist das System im internationalen Vergleich kein besonders attraktives Ziel für willkürliche Angriffe.

Der Backend-Login lässt sich außerdem über die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung gezielt absichern – seit Version v11.1 ist das im System verankert, für ältere Fassungen des Systems gibt es entsprechende Extensions. Dabei erfolgt ein Login nicht nur über Benutzername und Passwort, sondern zusätzlich gerätebasiert über ein Mobiltelefon oder einen USB-Stick.


Mehrere Millionen Installationen weltweit, 60% Marktanteil – die internationale Bekanntheit von WordPress wird hier zu einem Nachteil, denn sie macht aus dem System ein beliebteres Ziel für automatisierte Angriffe durch Bot-Netzwerke.

Sicherheitslücken entstehen insbesondere dann, wenn viele Plugins eingesetzt werden; diese werden meist nicht vom zentralen Entwicklungsteam betreut, nicht alle werden von ihren Entwickler:innen konsequent gepflegt.

Website-Betreiber:innen müssen das System kontinuierlich auf dem aktuellsten Stand halten und dessen Sicherheit regelmäßig kontrollieren. Ein sicheres System zu gewährleisten ist dadurch viel aufwändiger.

Updates für das CMS und Plugins können theoretisch auch automatisiert eingespielt werden – das klappt jedoch nicht immer reibungslos. Je individueller und größer Ihre Website ist, desto mehr raten wir dazu, manuelle Updates von Expert:innen durchführen zu lassen.

Immerhin lassen sich mit geeigneten Plugins der Login und andere wichtige Systemzugänge deutlich stärker absichern als in der Grundinstallation vorgesehen.


Fazit: Wenn es um Sicherheit geht, punktet TYPO3. Das CMS schenkt diesem Aspekt die Aufmerksamkeit, die er verdient. Die Entwickler:innengemeinde um TYPO3 sorgt für ein CMS, mit dem man optimistisch sein kann, dass Sicherheitslücken eher selten zum Problem werden.

Benutzerfreundlichkeit und flexible Inhaltspflege

Qualifiziertes Fachpersonal für die Website-Pflege ist nicht in jedem Unternehmen selbstverständlich. Das intuitive und einfache Verwalten und Pflegen der Website-Inhalte ist je nach Unternehmen ein wichtiges Argument für die Auswahl eines CMS.

In einigen Punkten schenken sich die Systeme nichts – sowohl TYPO3 als auch WordPress ermöglichen den Nutzern grundsätzlich das Arbeiten in sogenannten WYSIWYG-Editoren (abgekürzt für „What You See Is What You Get“: in etwa „Was du siehst ist auch das, was du bekommst“), in denen zumindest weitgehend Formatierungen und Erscheinungsbild von Text und Seitenaufteilung schon bei der Eingabe sichtbar werden. Etwas präziser ist die Bezeichnung als „Rich Text Editoren“, also Editoren für um Formatierungsanweisungen „angereicherten“ Text.

Auch Metadaten können bei beiden Systemen manuell eingegeben werden. Unterschiede gibt es bei den Open-Source-Lösungen trotzdem.


Durch seinen Funktionsumfang empfiehlt sich bei TYPO3 meistens eine umfassende Einführung der Redakteur:innen in das System.

Sein Aufbau bringt jedoch den Vorteil, dass das CMS durch Webentwickler:innen generell flexibel anpassbar und individuell konfigurierbar ist. Das Backend lässt sich auf die benötigten Eingabefelder reduzieren und dadurch für Anwender:innen schlank und einfach halten.

Die Inhalte der einzelnen Seiten sind im System in einem Verzeichnisbaum angelegt, welcher der hierarchischen Struktur der Website entspricht – Sie finden die Inhalte im Backend also in der Sitestruktur dort, wo sie auch die Nutzer:innen auf der Website antreffen.


Gerade durch seine flotte Einarbeitungszeit und bequeme Content-Pflege ist WordPress als CMS weit verbreitet. Mit dem Gutenberg Editor, der mit WordPress 5.0 den bestehenden TinyMCE-Editor ersetzt hat, können Redakteur:innen ihre Seiten noch deutlich flexibler erstellen. Von Vorteil ist dieser simple Page-Builder gerade dann, wenn komplexere Seiten-Layouts zu pflegen sind.

Mit bestimmten Page-Builder-Plugins lassen sich auch umfangreiche  Inhaltsseiten direkt im Frontend der Website bearbeiten.

Die Struktur der Website wird im Backend von WordPress nur sehr eingeschränkt abgebildet – gerade bei vielen Einzelseiten kann das dazu führen, dass die Verwaltung der Inhalte unübersichtlich gerät. Und will man eine Seite kopieren, so muss auch diese Funktion per Plugin nachgerüstet werden.


Fazit: Erst einmal richtig aufgesetzt, ist eine benutzerfreundliche Inhaltspflege bei beiden Systemen gegeben. Außerdem ist es in beiden CMS möglich, individuelle Seitentypen zu erstellen. Das vereinfacht die Inhaltspflege häufig genutzter Seiten erheblich, wie z.B. bei Produkten oder Referenzen.

Performance hängt stark von der System-Umgebung ab

Über schnelle Ladezeiten freuen sich nicht nur die Nutzer:innen: Auch Suchmaschinen belohnen Websites mit guten Rankings, wenn sie schnell laden.

Da die Performance stark von technischen Faktoren wie Server, Caching und Komprimierung abhängt, ist ein systembasierter Vergleich zwischen WordPress und TYPO3 schwierig. Es kommt insbesondere darauf an, inwieweit das CMS die Performance von sich aus unterstützt und wo Betreiber:innen selbst tätig werden müssen.


Mit großen Datenmengen umzugehen, stellt für TYPO3 kein großes Problem dar. Das System bringt von Hause aus ein eigenes Caching-Framework mit; auch mit entsprechenden Cache-Extensions lassen sich Performance-Schübe erreichen. Grundsätzlich erfordert TYPO3 standardmäßig allerdings einen stärkeren Server als WordPress.

Das ist es bei der Wahl des Hosting-Anbieters zu berücksichtigen, auch wenn heutige Hosting-Angebote diese Anforderungen selbst im mittleren Preissegment meist übertreffen.


WordPress möchte von Natur aus schlank und schnell bleiben. Oft werden jedoch Dutzende Plugins eingesetzt – das führt rasch zu massiven Performance-Einbußen. Ähnlich verhält es sich bei vorgefertigten Themes und Page-Buildern, die für mehr Komfort auf Kosten der Performance viel unnötigen Code laden.

Das Angebot an Cache-Plugins ist zwar groß, allerdings können nicht alle die Seitenaufrufe spürbar beschleunigen.


Fazit: Die Performance hängt zu einem großen Teil davon ab, in welcher Umgebung das CMS läuft. Der souveräne Umgang mit großen Datenmengen und schlanke Templates lassen TYPO3 auch hinsichtlich der Performance glänzen. Mit einem schlanken Theme und bedacht eingesetzten Plugins ist dies aber auch mit WordPress möglich.

Die Kosten stecken im Vorgehen

Ein großer Vorteil von Open Source-Lösungen wie TYPO3 und WordPress ist, dass keine Lizenzgebühren anfallen. Kostenlos ist ein Betrieb der Systeme jedoch trotzdem nicht. Die Entscheidung, ob die Realisierung einer Website von einer Agentur übernommen oder in-house abgewickelt wird, beeinflusst die Kosten bereits maßgeblich.

Aber auch wenn die Realisierung und Betreuung von einer Agentur übernommen wird, gibt es bei den Kosten nicht nur Unterschiede zwischen den Agenturen (wie Leistungsumfang und Stundensätze), sondern auch bei den CMS. Hier machen sich wieder die unterschiedlichen Konzepte bemerkbar.

Vergleicht man die Kosten auf Basis jeweils individuell entwickelter Templates und nutzt kein vorgefertigtes Theme/Design, so sind die Kosten bei ähnlicher Funktionalität nicht unbedingt unterschiedlich.

Erwartet man im Weiteren eine flexible Inhaltspflege in Form verschiedener Inhaltselemente, muss diese bei individuellen Templates auch bei WordPress entsprechend hinterlegt bzw. integriert werden.

Zu erheblichen Unterschieden kommt es lediglich, wenn man zwei unterschiedliche Konzepte vergleicht, also eine individuelle Gestaltung und Entwicklung und den Einsatz eines vorgefertigten Themes/Designs. Was sprichwörtlich heißen würde, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Trotz allem sollten ein paar Unterschiede zwischen den Systemen erwähnt werden, die sich auf die Kosten auswirken können.


Für ein System-Update fallen bei TYPO3 meist Kosten an. Diese sind davon abhängig, wie komplex das TYPO3-System ist und um was für ein Update es sich handelt. Je länger ein System nicht kontinuierlich auf dem neuesten Stand gehalten wurde, umso aufwändiger fällt auch das einzelne Update aus, zumal ggf. Anpassungen vorgenommen werden müssen, falls Funktionalitäten weggefallen oder hinzugekommen sind.


WordPress stellt Anwender:innen kostenlose Updates bereit, die zwar theoretisch mit wenigen Klicks erledigt und in der Regel auch von Nicht-Entwickler:innen vorgenommen werden können. Allerdings empfehlen wir auch hier die Durchführung durch Expert:innen, um Probleme zu vermeiden.

Auch bei WordPress kann ein Update zur Folge haben, dass bestimmte Funktionen nicht mehr in gleicher Weise zur Verfügung stehen; hier sind ggf. Anpassungen an Plugins oder Themes notwendig, um die volle Funktionalität einer Website zu erhaltenDarüber hinaus können je nach Anforderungen beim Kauf von Website-Themes und Plugins Kosten auftreten.


Fazit: WordPress erweckt zwar den Eindruck, man könne Updates unproblematisch und kostenlos durch den Anwender vornehmen zu lassen, jedoch können auch hier technische Schwierigkeiten auftauchen und Kosten entstehen. Bei TYPO3 müssen Updates von Entwickler:innen durchgeführt werden; Betreiber:innen können zwar auf das eine oder andere Update verzichten, allerdings kann das zu Einschränkungen v.a. bei der Sicherheit führen und macht spätere Updates aufwändiger und teurer. Es empfiehlt sich, beide System stets von Profis up-to-date halten zu lassen – bei sicherheitskritischen Updates ebenso wie bei Hauptversionen.

Internationale Ausrichtung & Mehrsprachigkeit

Egal ob nativ verankert oder über Erweiterungen integriert – mit mehreren Sprachen umzugehen, ist für die gängigen CMS-Systeme kein Problem. Unterschiede zwischen den CMS vergrößern sich jedoch, sobald es darum geht, mehrere Domains und Sprachen zentral über ein einziges CMS zu steuern.


Das Multidomain-Handling ist fest im Kern von TYPO3 verankert. Dabei ist es egal, ob im Back- oder Frontend mit verschiedenen Sprachversionen gearbeitet wird – beides ist problemlos möglich. Strukturbäume bleiben übersichtlich, da keine Seiten doppelt angelegt werden müssen.

Das macht TYPO3 zu einer durchdachten Enterprise CMS-Lösung, die selbst den höchsten Anforderungen gewachsen ist.


WordPress bietet mit der “Multisite”-Option die Möglichkeit, Websites auf mehreren Domains oder Subdomains über eine einzelne WordPress-Instanz zu verwalten. Mehrsprachigkeit wird allerdings bislang nicht nativ unterstützt, dies muss über Plugins nachgerüstet werden. Der Aufwand zur Betreuung einer Multidomain-Site in mehreren Sprachen ist dadurch nicht gering und erfordert in jedem Fall die Expertise von Entwickler:innen.

Dies kann auch deshalb wichtig sein, weil einige Plugins nicht für Nutzung mit der Multisite-Option eingerichtet sind.


Fazit: Wenn es um Mehrsprachigkeit und die Nutzung mehrerer Domains geht, trumpft TYPO3 deutlich auf. Betreiber profitieren vom Multidomain-Handling und behalten auch bei mehreren Sprachversionen den Überblick. Bei WordPress muss ein entsprechendes Setup insbesondere für Mehrsprachigkeit mittels Drittanbieter-Plugin hergestellt und konfiguriert werden.

Unterstützung relevanter Workflows

Für die Arbeit von Redakteur:innen ist es sehr hilfreich, wenn das CMS bereits vorhandene Workflows unterstützt, also zum Beispiel die Möglichkeit kennt, Freigabeprozesse direkt innerhalb des Systems abzubilden. So können immer wiederkehrende Arbeitsschritte strukturiert und komplette Vorgänge festgelegt werden.

Bei TYPO3 ist es kein Problem, Artikel von mehreren Redakteur:innen erstellen, bearbeiten und freigeben lassen und dies nach fest vorgegebenen Arbeitsabläufen zu organisieren. Bei WordPress ist dies eine Funktionalität, die sich inzwischen mit (kostenpflichtigen) Plugins zumindest teilweise nachbilden lässt.

Erweiterbarkeit – für mehr Funktionalität im CMS

Jedes Unternehmen hat spezifische Anforderungen und Wünsche an seine Website, die sich nicht immer mit den “Bordmitteln” eines CMS sofort umsetzen lassen. Bildergalerien oder Kontaktformulare sollen eingefügt, Erweiterungen für die Suchmaschinenoptimierung integriert, vielleicht ein Shopsystem angebunden werden – mit den Plugins von WordPress und den Extensions von TYPO3 ist das und mehr möglich. 

Die Vielfalt an Erweiterungen bei WordPress und TYPO3 zeigt, welche Funktionen abseits der CMS-Basiskonfiguration möglich sind. Bei der Installation jedoch unterscheiden sich die Systeme.


TYPO3 ist standardmäßig leicht zu erweitern und dadurch gut geeignet für umfangreiche Seiten- und Dateistrukturen. Mehr als 1.500 offizielle Extensions stehen Betreiber:innen bei TYPO3 zur Verfügung. Diese werden über die TYPO3 eigene Programmiersprache typoscript konfiguriert und eingebunden.

Die Extensions müssen allerdings stets von Entwickler:innen in das System integriert und ggf. angepasst werden; dafür ist eine detaillierte Kenntnis des CMS vonnöten. Bei TYPO3 bedeutet die Erweiterung durch Extensions daher einen spürbaren Zeit- und Entwicklungsaufwand.


WordPress lebt von den mehr als 50.000 Plugins, da die Basiskonfiguration kaum alle Anforderungen der Betreiber:innen abdeckt. Die Installation erfolgt über einen eigenen Bereich im Backend und kann leicht und komfortabel auch ohne detaillierte technische Kenntnisse durchgeführt werden.

Zu beachten ist jedoch, dass die Qualität der Plugins oft nicht geprüft wird und es aufwändiger als bei TYPO3 sein kann, individuelle Anpassungen durchzuführen oder maßgeschneiderte Erweiterungen zu integrieren bzw. bestehende Plugins anzupassen.


Fazit: Für beide Systeme gibt es eine Vielzahl an Erweiterungen; die Anwendung und Einbindung erscheint oberflächlich bei TYPO3 aufwändiger zu sein, Anpassungen sind aber gerade bei WordPress oft auch sehr aufwändig; bei diesem System gilt es auch immer genau hinzusehen, ob die vorhandenen Plugins in Sachen Qualität und Sicherheit ausreichend sind. Bei beiden Systemen ist es mit ähnlichem Aufwand möglich, eigene, maßgeschneiderte Erweiterungen zu erstellen.

Benutzer- und Rechteverwaltung für große Unternehmen essentiell

Je größer das Unternehmen ist, desto mehr Benutzerrollen muss das CMS für gewöhnlich abbilden. Entwickler:innen und Redakteur:innen haben unterschiedliche Bedürfnisse, sollten aber unterschiedliche Rechte für System und Inhalte bekommen. Die einen brauchen nur Lesezugriff, die anderen müssen auch die Seitenstruktur bearbeiten können. Freelancer und Praktikant:innen erhalten wiederum andere Rechte. Ganz schön viele Unterschiede, mit denen das CMS umgehen muss.


Ob im Backend oder Frontend – TYPO3 geht geschickt mit jeder noch so komplexen Benutzerverwaltung um. Rechte und Rollen der Benutzer:innen lassen sich detailliert festlegen und differenzieren. Zudem ist es möglich, Mandanten zu ernennen, so dass innerhalb einer TYPO3-Installation mehrere Websites mit jeweils verschiedenen Benutzer:innen verwaltet werden können.

In mehrstufigen Freigabeprozesse lassen sich Rechte so vergeben, dass die Zuständigkeiten und Berechtigungen jeweils klar verteilt sind und so interne Abstimmungsprozesse auch im CMS systematisch abgebildet werden können.


WordPress bringt eine nur kleine Anzahl von fest vorgegebenen Rechten und Rollen mit, die durch Plugins verändert oder erweitert werden können. Dadurch eignet sich das CMS nur eingeschränkt für die Benutzerverwaltung im Front- und Backend.

Erweiterungen schaffen zwar Abhilfe, bringen aber gerade bei diesem sensiblen Thema ein gesteigertes Risiko für Sicherheitslücken mit sich.


Fazit: TYPO3 ist ideal für Unternehmen, die vielfältige und differenzierte Rechte und Rollen in ihrem CMS zu vergeben haben. Wer mit wenigen vordefinierten Nutzerrollen zufrieden ist, kann auf WordPress setzen. Allerdings mit der Einschränkung, dass sie sich bei steigenden Anforderungen mit entsprechenden Plugins auseinandersetzen müssen.

Zukunftstauglichkeit – mit welchem CMS bin ich langfristig versorgt?

TYPO3 und WordPress sind quelloffene CMS-Lösungen, die keinem Unternehmen gehören. Dadurch sind sie sehr unabhängig. Um beide Content-Management-Systeme haben sich große Communities gebildet, die sie stets aktualisieren und weiterentwickeln.

Um zu bewerten, wie sicher die Versorgung des jeweiligen Systems mit Updates und Aktualisierungen in der Zukunft sein wird, ist es vor allem entscheidend, wie groß die Community ist, die sich kontinuierlich und zuverlässig mit der Weiterentwicklung des Systems beschäftigt. Hier bewegen sich diese beiden sehr populären Systeme in ähnlichen Bereichen: Sowohl TYPO3 als auch WordPress stützen sich auf starke und engagierte Communities, die sich leidenschaftlich darum kümmert, dass die Systeme auf dem aktuellsten Stand bleiben.

Gerade bei WordPress ist es wichtig, auch bei den verwendeten Plugins genau darauf zu achten, wie zukunftstauglich die dahinterstehende Community ist. Viele Plugins werden nur von einzelnen Entwickler:innen betreut, hinter anderen stehen ganze Unternehmen, die die kontinuierliche Weiterentwicklung garantieren.

Fazit: Zwei gute CMS  für den Mittelstand – mit deutlichen Unterschieden

TYPO3 und WordPress richten sich jeweils an unterschiedliche Zielgruppen und eignen sich für spezifische Zwecke. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Welches CMS man auswählt, hängt stark davon ab, welche Anforderungen an die Website gestellt werden. Hier ist es auf jeden Fall sinnvoll, sich möglichst frühzeitig gründlich beraten zu lassen.

Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen:

TYPO3 ist die bessere Wahl für komplexe Websites

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die eine eher inhaltsorientierte Website benötigen, und für Blog-Betreiber:innen ist WordPress eine gute Basis, da es alle notwendigen Anforderungen erfüllt und auch für Laien einfach zu handhaben ist. Besteht die Website aus wenigen Seiten, wird nur von wenigen Mitarbeiter:innen gepflegt und kommt ohne große Anforderungen an komplexe Online-Services oder Anbindungen an weitere Websites aus, dann reicht WordPress oft völlig aus.

Ist die Website jedoch umfangreich und das Unternehmen entsprechend groß, ist TYPO3 eindeutig die bessere Wahl. Das CMS kann geschickt mit komplexen Strukturen, mehreren Domains und Sprachen umgehen, Inhalte flexibel abbilden und bietet ein umfangreiches Rollen- und Rechtemanagement, was gerade für mittelständische Unternehmen ausschlaggebend sein kann.

Ihre Website in guten Händen Wir beraten und unterstützen Sie ganzheitlich

Wir sind Enthusiasten der digitalen Welt. Als Digitalagentur wollen wir unsere Leser mit dieser Begeisterung anstecken. Dazu packen wir Themen, Trends und Technologien an, die unser aller Leben und Arbeiten betreffen und leichter machen können. Unverschnörkelt geben wir wertvolle Updates und schaffen Orientierung zu digitalen Lösungen von heute und morgen.

Ähnliche Artikel

Mit den Core Web Vitals hat Google eine Reihe von Kennzahlen beschrieben, die Website-Betreiber:innen dabei unterstützen sollen, den Nutzer:innen eine bessere User Experience zu bescheren. Zugleich spielen die Daten in Zukunft auch für das Ranking eine Rolle – wir erklären, worauf Sie sich einstellen müssen.

Im schnelllebigen Internet währt die Aktualität einer Website nur einen Wimpernschlag. Neue Frameworks, Rankingfaktoren und Design-Trends lassen jede noch so gute Online-Präsenz altern. Spätestens nach ein paar Jahren ist es mal wieder Zeit, den entstandenen Rückstand aufzuholen. Dann wird der nächste, große Website-Relaunch fällig. Oder geht es auch anders?

Die Auswahl an Content-Management-Systemen ist riesig. Hier geht’s schon los: Für welches Unternehmen ist das CMS? Die nachfolgende Betrachtung bezieht sich daher auf mittelständische Unternehmen in Deutschland, die ein umfangreiches Informationsangebot und Kunden im Ausland haben.

VERDURE Update abonnieren

Erhalten Sie einmal im Monat unseren Newsletter mit einer Auswahl aktueller Themen, Trends und Artikeln, um am Puls der Zeit zu bleiben.

Messen werden abgesagt, Events verschoben… was nun? Geben Sie Ihrem Marketing neuen Schwung und generieren Sie digital hochwertige Leads!

 

Zum Download