Headless Content Engines – ein Schlüssel zur Innovation

Was sind Headless Content Engines genau, und wie kann Ihr Unternehmen konkret davon profitieren?

Dieser Artikel von Roland Benedetti ist im März 2022 im Blog von ibexa erschienen. Wir geben ihn hier mit freundlicher Erlaubnis in leicht überarbeiteter Fassung wieder.

Beim Aufbau einer digitalen Plattform scheint mit fortschreitender Entwicklung im Hinblick auf Innovationen kaum noch ein Weg an einer „Headless“-Architektur vorbeizuführen.

Der Begriff „Headless“ wurde vor einiger Zeit geprägt, als Pioniere für Content-Management-Systeme oder Start-ups begannen, den „Head“ (d. h. die Website) vom „Body“ (d. h. den Inhalten und Diensten, die über die Website abgerufen werden) zu entkoppeln.

Die Idee dahinter war, Inhalte für andere Anwendungen einfach über APIs bereitzustellen. Letzten Endes sollten mit dieser Entkopplung Composability und Agilität erreicht werden, zwei Schlüsselkomponenten für digitale Innovationen – und dieses Ziel wurde auch erreicht.

Der Begriff „Headless“ ist im Grunde wenig aussagekräftig, und meines Erachtens könnten wir ihn sehr wohl durch „Composability“ ersetzen. Unabhängig vom Begriff besteht das erfolgreiche Konzept darin, die funktionalen und geschäftlichen Komponenten einer digitalen Anwendung als Dienste zu betrachten, die alle über APIs interagieren und in verschiedenen Benutzeroberflächen, einschließlich Websites – dem Head – zusammengeführt werden.

Man könnte meinen, dass die Verwendung von Begriffen wie „Head“ und „Body“ eine einzige Website, den „Head“, impliziert. Das ist aber eigentlich irreführend, denn es geht ja darum, auch mehrere Heads zu haben.

Wie kann Ihr Unternehmen konkret von einer Headless Content Engine in Bezug auf Agilität und Effizienz profitieren?

Content ohne Zwänge und mit allen Freiheiten modellieren

Mit einer vom Bereitstellungskanal unabhängigen Content Engine ermöglicht ein Headless-CMS Ihrem Unternehmen den Aufbau eines Content-Modells, das Ihr Geschäftsfeld perfekt abbildet und das Sie ohne große Auswirkungen auf oder Bindungen an ein bestehendes Framework oder eine größere Anwendung weiterentwickeln können. Damit wird die Modellierung Ihrer Geschäftsinhalte viel schneller und einfacher.

Es bedeutet auch, dass für die Modellierung von Inhalten Tools verwendet werden, die für diesen Zweck optimiert sind, also „Best of Breed“.

Ihren Informationsarchitekten und anderen Content-Strategen steht ein speziell für sie entwickeltes Tool zur Verfügung, mit dem sie komfortabel und schnell arbeiten können – im Gegensatz zu einem herkömmlichen CMS, bei dem die Content-Modellierung eher ein nachträgliches Feature ist, das aufgrund der vielen Verknüpfungen und Abhängigkeiten nur mühsam zu einem guten Ergebnis führt.

Ibexa Version 4 zum Beispiel baut auf der starken Content Engine der Ibexa DXP auf. Damit können Teams perfekte Modelle auf der Grundlage von Content-Typen gestalten, die einfach konfiguriert (es muss kein Code programmiert werden) und verwaltet werden können. Diese Content-Typen basieren auf einer riesigen und hochgradig anpassbaren Bibliothek von Feldtypen.

Zudem ermöglichen die Neuerungen der Plattform die Modellierung aller Informationen über und um Ihr Produkt (PIM).

Zusammen mit Schlüsselelementen wie Taxonomieverwaltung, Inhaltsindex und Suche kann Ihr Content-Team die Ziele der Architektur und Modellierung Ihrer Inhalte optimal erfüllen, um Ihre Strategie zu unterstützen.

Optimale Zusammenarbeit dank Collaboration-Funktionen

Eine zweite Zutat für den Innovationserfolg eines jeden Content-Projekts liegt darin, wie das verwendete CMS Ihrem Unternehmen die Rationalisierung der Content-Abläufe ermöglicht. Hier geht es um Arbeitsabläufe und Zusammenarbeit, um die tägliche Arbeit mit Inhalten.

Das leistungsstärkste CMS wäre wahrscheinlich nutzlos, wenn die Benutzererfahrung nicht mit seiner Leistung übereinstimmt.

Eine entkoppelte Headless Content Engine legt den Schwerpunkt auf die Aufgabe der „Content-Erstellung“. Im Gegensatz zu traditionellen CMS, die sich eher auf die Oberfläche konzentrieren, steht hier die Erfahrung des Benutzers (die „User Experience“) im Vordergrund, da dies ihr Hauptzweck ist. 

Ibexa Content wurde basierend auf der Überzeugung entwickelt, dass ein leistungsfähiges Content-Repository und Tools, mit denen Content-Ersteller effektiv arbeiten können, der Schlüssel zum Erfolg sind. Konkret bedeutet dies äußerst bedienerfreundliche Anwenderoberflächen, aber auch, dass die Nutzer dank Workflow- und Collaboration-Funktionen hervorragend zusammenarbeiten können.

Mit der Workflow Engine in Ibexa DXP kann jeder beliebige Content-Lebenszyklus konzipiert und implementiert werden – von einfachen bis hin zu sehr komplexen. Sie bietet Sicherheit und Leistung, ohne es dem Nutzer schwer zu machen: Business-Analysten oder Content-Operation-Leiter können ihren Workflow einfach und anschaulich selbst gestalten.

Die Mitarbeiter, die an den Inhalten mitarbeiten, können über unkomplizierte, moderne digitale Schnittstellen zusammenarbeiten (Überprüfung und Genehmigung, Kommentare, Zeitplanung, Versions- und Änderungsmanagement, Delegation usw.). Entwickler können in jeder Phase des Content-Prozesses eine benutzerdefinierte Integration vornehmen.

Zukunftssichere Inhalte mit einer starken Content-Infrastruktur

Der dritte und letzte Grund, warum ein entkoppeltes Headless-Content-Management-Konzept so wichtig ist, liegt in der Planung für das Unbekannte. Wir alle wissen, dass sich in der heutigen digitalen Landschaft alles schneller verändert als je zuvor.

Es gibt unzählige Gründe, warum eine Organisation ihre Unternehmenssysteme als ein sich ständig veränderndes System betrachten sollte. Um nur einige zu nennen: organisatorische Veränderungen, Fusionen und Übernahmen, die Einführung neuer Produkte oder sogar Geschäftsmodelle, neue Technologien zur besseren Lösung bestimmter Probleme, der Wechsel wichtiger Partner, das Entstehen neuer digitaler Kanäle … und so weiter.

Eine monolithische Architektur kann sich an solche Veränderungen nur schwer anpassen.

Mit einer zusammensetzbaren Architektur („Composable Architecture“) kann ein Unternehmen hingegen Bausteine, die nicht verändert werden sollen, unverändert beibehalten. Denn beim Content Management sollen die Inhalte in vielerlei Hinsicht gleich, auch Arbeitsabläufe könnten identisch bleiben.

Mit dem Headless-Ansatz müssen Ihre Prozesse zur Content-Erstellung und -Verwaltung nicht verändert werden. Es geht nur darum, sie mit neuen Lieferkanälen oder neuen Systemen an verschiedenen Punkten des Content-Workflows zu verbinden und Ihre Inhalte und Assets wiederzuverwenden.

Drei Vorteile, um Innovation in Ihrem Unternehmen zu verwirklichen

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einführung eines Composable-Headless-Ansatzes für das Content Management in Ihrer globalen digitalen Plattform drei wichtige Vorteile mit sich bringt:  

  1. Bereitstellung eines optimierten Content-Modells sowie einer optimierten Architektur und Strategie.
  2. Effizienter Content-Betrieb mit niedrigen Kosten und hohem Durchsatz.
  3. Absicherung und Unterstützung der unvermeidlich anstehenden Veränderungen Ihrer digitalen Plattform durch eine zukunftssichere Content-Infrastruktur.

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